Mehr Busse und Trams auf viel genutzten Linien

Kasseler Nahverkehr im Umbruch: Weniger Angebote in Randbezirken

Kassel. Der Kasseler Nahverkehr steht vor großen Veränderungen: Wenn die Stadtverordneten am Montag die Fortschreibung des Nahverkehrsplans beschließen, wird sich das Angebot der KVG deutlich verändern. Künftig sollen auf stark genutzten Linien mehr Busse und Trams fahren.

Weil die KVG sparen muss, will sie im Gegenzug weniger ausgelastete Verbindungen ausdünnen. Dies wird laut KVG für einige Fahrgäste weitere Wege zu den Haltestellen und häufigeres Umsteigen bedeuten.

Hintergrund: KVG setzt auf mehr Fahrgäste

Die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) verspricht sich durch die Optimierung ihrer Angebote mehr Fahrgäste und damit Mehreinnahmen. Kalkuliert wird mit 1,2 Mio. Fahrgästen zusätzlich im Jahr, durch die 780 000 Euro erlöst werden sollen. Im Jahr 2012 zählte die KVG 43 Mio. Fahrgäste. Ausgaben von 108 Mio. Euro standen Erlöse von 95 Mio. Euro gegenüber. Das Defizit betrug 13 Mio. Euro. Deshalb will die KVG Kosten senken und kann nur dann neue Angebote machen, wenn sie anderswo eingespart werden. Dies schlägt sich im Nahverkehrsplan nieder. Dort heißt es: „Wichtiges Ziel ist Kostenneutralität und Steigerung der Wirtschaftlichkeit.“

Der Nahverkehrsplan soll bis 2018 gelten und gibt die Strategie vor, nach der Fahrpläne in dieser Zeit verändert werden sollen. Die Fahrzeiten sollten verkürzt und die Verbindungen für die Fahrgäste verständlicher werden, sagte der KVG-Planer Markus Kollig im Verkehrsausschuss. Zudem sollten auf stark genutzten Strecken – wie der Linie 5 – die Takte dichter werden.

Optimierungsbedarf bestehe vor allem bei den 17 städtischen Buslinien, sagte Kollig. Die Busse seien teilweise so eingesetzt, dass in Wohngebieten kurz hintereinander mehrere Busse verkehrten, die wenig ausgelastet sein.

Dass sich für einige Fahrgäste die Wege zu Haltestellen verlängern, hält Kollig für unkritisch. Das bessere Angebot wiege den Nachteil auf. Zudem verspricht die KVG „eine Grundversorgung“ in allen Stadtgebieten. Verbesserungen werden etwa für die Achse Innenstadt - Ahnatalstraße (Harleshausen) und die Fahrgäste aus Oberzwehren und Wehlheiden versprochen, die aktuell zeitweise nicht erschlossen würden. Auch das samstägliche Nahverkehrsangebot soll ab 15 Uhr aufgestockt werden.

Ob und wie viele der Veränderungen zum Fahrplanwechsel im Dezember umgesetzt werden, ist noch unbekannt. CDU, Linke und Piraten äußerten sich kritisch. Sie befürchten eine zu starke Ausdünnung des Angebotes in den Randbereichen. Eine Zustimmung der Stadtverordneten gilt mit der Mehrheit von SPD und Grünen als sicher.

Von Bastian Ludwig

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