Neue Frauenklinik in den Diakonie Kliniken im Vorderen Westen

Entspannte Atmosphäre: Dafür sorgen unter andrem farbenfrohe Blumenmotive an den Wänden. Das Bild zeigt Geschäftsführerin Stefanie Schwembauer (links), Chefarzt Wouter Simoens und die leitende Hebamme Agnes Neuefeind in einem der neuen Kreißsäle mit Gebär-Badewanne. Foto: Konrad

Kassel. Am 10. Juni wird die Frauenklinik Dr. Koch in den Standort der Diakonie Kliniken Kassel im Vorderen Westen integiert. Wir stellen die neuen Räume vor und werfen eine Blick zurück.

Grün, violett, rosa. Die Farbtöne sind hell und freundlich. Die Wände zieren Heilpflanzen in Pastellfarben, die in der Frauenheilkunde eine wichtige Rolle spielen. „Der Frauenmantel lindert Krämpfe, die Küchenschelle ist als homöopathische Heilpflanze bekannt“, sagt die leitende Hebamme Agnes Neuefeind. Ab Freitag, 10. Juni, stehen die fünf neuen Kreißsäle in den Agaplesion Diakionie Kliniken Kassel (DKK) Gebärenden zur Verfügung, der DKK-Standort Frauenklinik Dr. Koch in Bettenhausen ist dann ins Diakonissen-Krankenhaus an der Herkulesstraße integriert.

Das Team der Frauenklinik zieht mit um und betreut die Gebärenden auch am neuen Standort. In den unmittelbarer Nähe zu den Kreißsälen ist dort ein neuer Operationssaal für Kaiserschnitte integriert worden. „In Notfällen können wir so schnell reagieren“, sagt Dr. Wouter Simoens, Chefarzt der Geburtshilfe. Außerdem bestehen kurze Wege zu den anderen Abteilungen der Diakonie Kliniken, und es müssen im Notfall Patientinnen nicht mehr verlegt werden.

Zwei der fünf Kreißsäle sind mit einer Gebär-Badewanne ausgestattet. Die Farbgebung im Eingangsbereich zur Geburtshilfe in der dritten Etage der Klinik in Violett- und Rottönen ist der Gebärmutter nachempfunden und soll laut Geschäftsführerin Dr. Stefanie Schwembauer widerspiegeln, was das Ungeborene im Mutterleib sieht. „Wir haben ein Raumkonzept entwickelt, das für eine entspannte Atmosphäre sorgt und so dem besonderen Ereignis der Geburt gerecht wird“, sagt sie.

Mit umziehen wird auch die Praxis für Pränatale Diagnostik und Therapie, die derzeit ebenfalls noch in Bettenhausen ansässig ist. Sie befindet sich künftig im Facharztzentrum direkt gegenüber den Diakonie Kliniken an der Herkulesstraße 34a. Auch die Neugeborenen-Überwachungseinheit wird in die neue Geburtsklinik wieder direkt neben der Wöchnerinnenstation platziert. Simoens: „Die bewährte Kooperation mit dem Klinikum Kassel, das für die Intensivüberwachung und -pflege der Neugeborenen Kinderärzte und -schwestern zur Verfügung stellt, wird natürlich fortgesetzt.“

Weitere Schwerpunkte der Frauenklinik sind neben der Geburtshilfe die Urogynäkologie mit Beckenbodenzentrum und die gynäkologische Onkologie. Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie ist seit September 2015 Dr. Marc-P. Radosa. Gut- und bösartige Tumore der Gebärmutter und Eierstöcke werden künftig Schwerpunkte bilden. Laut Radosa steht in Kürze die Zertifizierung als Endometriose-Zentrum an. Endometriose bezeichnet schmerzhafte Wucherungen von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut. Außerdem strebe man die Zertifizierung zum Genitalkrebszentrum an.

Wichtig: Für Gebärende stehen die Geburtshilfe-Abteilungen am 10. Juni sowohl im Vorderen Westen als auch an der Pfarrstraße in Bettenhausen zur Verfügung. Ab dem 11. Juni werden in der Frauenklinik Dr. Koch in Bettenhausen keine Geburten mehr stattfinden. www.geburtsklinik-kassel.de

Hintergrund: Größte Geburtsklinik

Die Diakonie Kliniken hatten die einstige Belegarzt-Klinik Dr. Koch 2010 für einen einstelligen Millionenbetrag gekauft und für 1,3 Millionen Euro ausgebaut. Am 1. Januar 2012 öffnete die Frauenklinik Dr. Koch der Agaplesion Diakonie Kliniken an der Pfarrstraße 19 in Bettenhausen. Sie gilt als größte Geburtsklinik Nordhessens, in der jährlich etwa 2000 Babys zur Welt kommen. Die Klinik bietet Geburten ab der 35. Schwangerschaftswoche an. Während der Bauarbeiten im Vorderen Westen brauchte man die Koch-Klinik als Übergangsstandort für die Frauenklinik. Die Immobilie der Frauenklinik Dr. Koch hat das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel samt Inventar gekauft und will diese für sein medizinisches Angebot nutzen. Am neuen Standort der Frauenklinik im Diakonissen-Krankenhaus werden auch die 28 festangestellten Hebammen übernommen, hinzu kommen Beleghebammen. Zur Investitionssumme machten die Diakonie Kliniken keine Angaben.

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