Neue Ideen für Leder-Meid-Haus in Kassel

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Volles Haus beim Interessenten-Event: Miteigentümer Martin Eckel (links) und Makler Jens Jordan suchen mit ungewöhnlichen Mitteln neue Nutzer für das vierstöckige Leder-Meid-Gebäude mit seinen offenen Galerien.

Kassel. Vier Monate nach dem Ende der Kasseler Traditionsunternehmens Leder Meid wird für den vierstöckigen Firmensitz am Friedrichsplatz 4 eine neue Nutzungsidee gesucht – mit ungewöhnlichen Mitteln.

Seit ein paar Tagen sind die große Ladenfläche und die markanten Glasvitrinen vor der Tür wieder teilweise eingerichtet: Designmöbel, Bilder, Bistrotische und Regale sollen Interessenten einen Eindruck vermitteln, was man aus der Immobilie machen könnte.

Am Donnerstag schaute sich ein großer Kreis geladener Gäste in dem 50er-Jahre-Bau mit seinen offenen Galerieebenen um. Darunter waren Vertreter von Gastronomieketten, Einzelhandelsfirmen sowie auch eines Geldinstituts, berichtete Jens Jordan, Geschäftsführer von Jordan Immobilien.

Deko-Arbeit im Glaskasten: Florian Gürbig (links) und Matthias Göbel haben mehrere der markanten Schaufenstervitrinen am Friedrichsplatz mit Designmöbeln eingerichtet.

Die originelle Umgestaltung der verwaisten Räume hatte Jordan gemeinsam mit Mitstreitern aus dem Kasseler Unternehmer-Netzwerk BNI (Business Networking International) organisiert: Die Fuldabrücker Firma Göbel Büro und Wohndesign hatte Möbel und anderes Inventar beigesteuert, die Malerfirma Martin und die Kunstakademie Deventer setzten die Wände in Szene, die Weinhandlung Südhang und der Cateringservice Goya bewirteten die Besichtigungsgäste, und Homestaging-Unternehmer Florian Gürbig kümmert sich von Berufs wegen ohnehin darum, Immobilien für den Verkauf attraktiv in Szene zu setzen.

Was in den USA schon seit Jahrzehnten auf dem privaten Häusermarkt üblich und in Deutschland relativ neu ist, wurde in Kassel wohl zum ersten Mal im Fall einer großen Gewerbeimmobilie praktiziert.

Als Vermarkter des Gebäudes am Friedrichsplatz ist Jordan tätig für die neuen Eigentümer, denn die beiden Leder-Meid-Inhaberinnen haben inzwischen verkauft. Jetzt gehört das Haus einer privaten Investorengruppe um Martin Eckel, Geschäftsführer einer Kasseler Versicherungsdirektion. Er und seine Partner hätten zugegriffen, „weil es eine Gewerbefläche in dieser Größe kein zweites Mal in der Innenstadt gibt“, sagte Eckel.

Das Haus, über dessen Eingang der schwungvoll-nostalgische „Leder Meid“-Schriftzug inzwischen verschwunden ist, eignet sich laut Jordan und Eckel für Einzelhandel ebenso wie für eine gastronomische Nutzung – in letzterem Fall müssten wohl die Schaufenster-Glaskästen zum Friedrichsplatz hin weichen. „Wir wollen an diesem schönen Haus möglichst wenig zerstören“, sagte Jordan. Deshalb werde vorzugsweise ein Generalmieter für das Gesamtgebäude gesucht – auch wenn es bereits einige Anfragen für eine Teilnutzung gebe. Dafür aber, so Jordan, wären zusätzliche Brandschutzmaßnahmen und Fluchtwege erforderlich, was größere Eingriffe in die Bausubstanz bedeute.

Die Schaufenstervitrinen am Leder-Meid-Haus sollen für die kommenden Monate eingerichtet bleiben. Darin laufen auch kleine Filmprojektionen mit Inspirationen für künftige Nutzer des Gebäudes.

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