Wohnraum für 9000 Menschen

4800 neue Wohnungen sollen mittelfristig in Kassel entstehen

Bauaktivitäten: Im Wohnpark Alte Molkerei an der Kupferhammerstraße laufen die Bauarbeiten. 53 Wohneinheiten entstehen hier. Archivfotos: nh

Kassel. Auch wenn für Häuslebauer die Grundstücke in Kassel immer knapper werden und die Warteliste lang ist (wir berichteten), entwickelt die Stadt gleichzeitig im großen Stil Wohnbauflächen.

Nach Auskunft von Stadtbaurat Christof Nolda und dem stellvertretenden Leiter des Stadtplanungsamts, Heiko Büsscher, entstehen in den nächsten Jahren im gesamten Stadtgebiet verteilt auf mehr als 30 Hektar Fläche neue Wohngebiete. „Dadurch können in den kommenden Jahren zwischen 1500 und 1700 neue Wohnungen entstehen“, so Nolda. Einen konkreten Zeitraum nannte er nicht.

Prognose

Ergänzend zu den aktuellen Verfahren bereitet die Stadt die Entwicklung weiterer Standorte im Stadtgebiet mit einem Potenzial für 500 bis 900 Wohnungen auf 20 Hektar vor. Zusammen mit den laufenden Bebauungsplänen wird die Stadt laut Noldas Prognose „in den kommenden Jahren“ ein Flächenangebot für Wohnraum für 6000 bis 9000 Menschen in 3800 bis 4800 Wohnungen schaffen.

Schwerpunkte

Der Schwerpunkt der Bebauung liegt auf Flächen, die bislang nicht für Wohnzwecke, sondern etwa für Gewerbe genutzt wurden. Beispiele sind das Gelände der früheren Martini-Brauerei im Vorderen Westen und die Alte Molkerei im Forstfeld. Zu mehr als der Hälfte entstehen neue Wohnungen, indem private Eigentümer und Investoren Lücken in der bestehenden Bebauung schließen. Nolda: „Das begrüßen wir ausdrücklich.“

Potenzial an Flächen

Nach Auskunft von Nolda befinden sich zurzeit 15 Bebauungspläne für circa 1500 Wohneinheiten im Verfahren. Für bis zu 1000 weitere Wohneinheiten stehen die Planungen in den Startlöchern.

Bebauungsplan-Verfahren

Die größten aktuellen Bebauungsplan-Verfahren sind: Zum Feldlager in Harleshausen, Ortsrand Nordshausen, Campus Wolfsanger, Jägerkaserne in Wehlheiden, Martini-Brauerei im Vorderen Westen und Am Felsenkeller im Fasanenhof. Dort soll „Wohnraum für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen“ geschaffen werden.

Projekte im Bau

Zurzeit befinden sich folgende Projekte im Bau: Bei der Bebauung Alte Molkerei an der Kupferhammerstraße im Forstfeld handelt es sich um die Konversion einer Gewerbefläche (Molkerei). Hier baut ein privater Investor auf 13 000 Quadratmetern Fläche 53 Wohneinheiten. Es handelt sich um Reihenhäuser in unterschiedlicher Größe.

Bei der Wohnanlage Bunsenstraße handelt es sich um ein 4190 Quadratmeter großes ursprünglich städtisches Grundstück, das von der GWG entwickelt wird. Hier entsteht eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, die später als Gebäude für 30 Wohneinheiten genutzt werden soll.

Laufende Planungen

Auf der Agenda des Bauamts steht die Entwicklung zweier Bebauungspläne am Ortsrand von Nordshausen: Auf 17,3 Hektar Fläche in städtischem und privatem Eigentum entstehen 170 Wohneinheiten in Einzel- Reihenhäusern sowie anderen Wohnformen. Am Felsenkeller wird ein Hektar Fläche mit 80 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau bebaut, daneben ist Platz für ein Hektar Grünzug.

Künftige Planungen

Auch das Grundstück der Joseph-von-Eichendorff-Schule an der Eichwaldstraße in Bettenhausen soll schon bald bebaut werden. Wenn im Sommer die letzten Schüler die Schule verlassen haben, wird das Schulgebäude laut Nolda abgerissen. Die GWG entwickelt hier sozialen Wohnungsbau. Auf 5,43 Hektar entstehen in Doppel- Reihenhäusern und Geschosswohnungen 150 Wohnungen.

Das Wohngebiet Helleböhn der GWH, zwischen Heinrich-Schütz-Straße und Eugen-Richter-Straße, wird verdichtet. Zurzeit befinde man sich im Genehmigungsverfahren. Es entstehen 90 neue barrierefrei Wohnungen im sozialen Wohnungsbau.

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