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Neue Zentralsterilisation am Klinikum: Aus dem Dampf in den OP

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Von: Martina Heise-Thonicke

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Der erste Schritt: Benutzte und verunreinigte Instrumente werden von Hand vorgereinigt und für den ersten Waschgang in einer speziellen „Spülmaschine“, die reinigt, desinfiziert und trocknet, vorbereitet. Hier ist Cumali Elikara bei der Arbeit. Fotos:  Koch
Der erste Schritt: Benutzte und verunreinigte Instrumente werden von Hand vorgereinigt und für den ersten Waschgang in einer speziellen „Spülmaschine“, die reinigt, desinfiziert und trocknet, vorbereitet. Hier ist Cumali Elikara bei der Arbeit. © Koch

Kassel. Es ist bundesweit eine der modernsten Anlagen und ein Modellprojekt für eine neue Industriepartnerschaft des Klinikums Kassel: Am 1. August haben das Klinikum und der Krankenhausdienstleister Vamed eine neue Zentralsterilisation gleich neben dem Klinikum in Betrieb genommen.

Hier werden derzeit täglich rund 220 Metallkörbe (Siebe) mit jeweils bis zu 100 Operationsinstrumenten gereinigt, gepflegt, verpackt und in heißem Dampf sterilisiert.

Allein für das Klinikum Kassel bereitet die Zentralsterilisation pro Jahr 12.000-mal Einzelinstrumente, Siebe und Container auf. Die neue Anlage ist so ausgelegt, dass sie auch die doppelte Menge schaffen könnte. So werden nach und nach die Häuser der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), zu der auch das Klinikum gehört, von der Zentralsterilisation versorgt werden, als Erstes die Kreisklinik Hofgeismar. Auch andere Krankenhäuser könnten hinzukommen. Im Vergleich zur alten Zentralsterilisation, die im Untergeschoss des Hauses C untergebracht war, hat sich nicht nur die Fläche für die einzelnen Arbeitsabläufe von 500 auf 1000 Quadratmeter verdoppelt, das neue Gebäude bietet auch in allen Bereichen viel Tageslicht, hebt Svenja Ehlers, Kaufmännische Direktorin des Klinikums und Geschäftsführerin der Casalis Facility Service GmbH, hervor.

Casalis ist eine gemeinsame Tochtergesellschaft von Klinikum und Vamed, die die Zentralsterilisation betreibt. Geschäftsführer-Kollege Max Peter Meinecke zeigt sich bei einem Betriebsrundgang stolz auf die technische Ausstattung, die höchste Hygienestandards erfülle. Dank moderner Technik könne ein Instrument in rund vier Stunden die Reinigungs- und Sterilisationsprozesse durchlaufen, früher habe dies rund acht Stunden gedauert.

Auch besonders empfindliche Instrumente können nun in einem speziellen Niedertemperatur-Sterilisator aufbereitet werden. Ebenso wurde für die Instrumente der Augenchirurgie ein eigenes Reinigungsgerät angeschafft. Durch automatische Be- und Entlade-Einrichtungen an den Reinigungseinheiten sowie höhenverstellbare Arbeitstische seien die Arbeitsabläufe für die 36 Mitarbeiter (früher 29) ergonomischer gestaltet worden.

Die in 14 Monaten Bauzeit entstandene und 5,4 Millionen teure Zentralsterilisation wurde über ein Leasingmodell finanziert: Das Gebäude wurde von Vamed errichtet und ausgestattet und an die Casalis GmbH vermietet. Diese betrieb bereits seit Anfang 2014 die Zentralsterilisation am Klinikum.

Täglich über 100 Operationen

Am Klinikum Kassel an der Mönchebergstraße wird täglich im Schnitt über 100-mal operiert, 27.000-mal im Jahr. Rund 900 Siebe (Metallkörbe zur Aufbewahrung der Operationssets) werden täglich benötigt. Insgesamt stehen 50.000 Instrumente, einsortiert und aufbewahrt in rund 2000 Sieben, zur Verfügung. Anfang 2011 war die Zentralsterilisation des Klinikums kurzzeitig stillgelegt worden, weil es Beanstandungen bei einigen Operationsbestecken gab. Danach war die Abteilung zur Reinigung, Sterilisation und Aufbereitung von Operationsbestecken umgebaut und zum Teil erneuert worden. Jetzt gibt es eine komplett neue eigenständige Zentralsterilisation, die rund um die Uhr arbeitet und sogar über ein eigenes Blockheizkraftwerk sowie eine aufwendige Wasseraufbereitung verfügt.

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