Viele Chancen der Gästewerbung, aber auch Schwachstellen

Neues Tourismuskonzept: Kassel wird herausgeputzt

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Faszinierte Stadtbesucher: Regelmäßig erleben Scharen von Touristen die Wasserspiele im Bergpark, hier an der Teufelsbrücke.

Kassel. Die touristische Marktforschung spricht eine klare Sprache: Wer erstmals zu Gast in Kassel war, hält die Stadt mit ihrer einzigartigen Kultur- und Museenlandschaft, mit ihren märchenhaften Parks und ihren kulturellen Weltmarken fast immer für unterschätzt.

Solche Besucher kommen nicht nur gern wieder, sie inspirieren weltweit auch weitere Menschen zu einem Besuch in der Heimat der Grimms und der documenta. 

Der erste Eindruck zählt: Markante Punkte, an denen Besucher erstmals mit Kassel in Berührung kommen, sollen herausgeputzt und besser gepflegt werden. Am Montag beseitigten städtische Arbeiter Schmierereien und Wildwuchs an den Bögen des Weinbergs. 

Mit einer klar festgeschriebenen Strategie und überprüfbaren Zielsetzungen will Kassel künftig ein deutlich größeres Stück vom Tourismuskuchen abbekommen. Jährlich 2 Prozent mehr Bekanntheit und Sympathie im Urteil des Publikums – so konkret etwa steht es im neuen Kasseler Tourismuskonzept, das 400 einzelne Möglichkeiten gesammelt hat, Kassel für Besucher attraktiver zu machen.

Daraus wurden 44 Vorrang- und elf Schlüsselprojekte ausgewählt, die in den nächsten fünf Jahren verwirklicht werden sollen. Einige beispielhafte Themen sind:

Neue Gästegruppen

Kulturtouristen kommen ohnehin gern nach Kassel, Kongressbesucher ebenso. Uber diese weiterhin wachstumsträchtigen Gruppen hinaus will sich Kassel verstärkt als Freizeitziel für Kurz- und Wochenendtrips mit neuen Angeboten in Sachen Genuss und Wellness positionieren.

Gebündelte Kräfte

Sämtliche Akteure und Anbieter im Gästegeschäft sowie Verbände wie IHK und Dehoga sollen zu einem schlagkräftigen Tourismusnetzwerk verknüpft werden. Kassel Marketing und sein Kongressbüro werden für diese Aufgaben teilweise neu organisiert.

Der erste Eindruck

Bahnhofsvorplätze, Busstationen, zentrale Sehenswürdigkeiten und andere Orte, an denen Gäste ihren ersten Kassel-Eindruck erhalten, sollen mit besonderer Aufmerksamkeit gestaltet und gepflegt werden.

Innenstadt

„Die Innenstadt ist für Touristen der Erlebnisraum schlechthin“, so eine Aussage der begleitenden Berater vom Büro Project M. Es gibt also in Sachen Erlebnis- und Aufenthaltsqualität jede Menge zu tun und zu verbessern – eine Projektgruppe soll dafür Wege aufzeigen und Prioritäten benennen. Händler, Gastronomen und Grundstückseigentümer können und sollen dabei mitgestalten.

Mehr Hotels

Stadt und Wirtschaftsförderung Region Kassel wollen ein Ansiedlungsmanagement für Hotels aufbauen. Ziel: Die Bettenkapazität in Kassel soll wachsen, ohne dass die Auslastung bestehender Gästequartiere darunter leidet.

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