Neujahrsempfang der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Kassel mit 140 Gästen

Jürgen Menzel-Machemehl (von links), Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, empfing unter anderem Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich, Generalkonsul Dr. Dan Shaham und Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Foto: Konrad

Kassel. Die Integration von Flüchtlingen, Sicherheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt - diese Themen standen beim Neujahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft Kassel der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) am Mittwochabend im Vordergrund.

140 Gäste aus allen gesellschaftlichen und politischen Bereichen waren der Einladung zu dem Empfang beim Kasseler Finanzdienstleister Plansecur gefolgt.

Angesichts der Serie von terroristischen Anschlägen in den vergangenen Monaten verzichtete der Kasseler DIG-Vorsitzende Jürgen Menzel-Machemehl auf den üblichen Rückblick aufs vergangene Jahr und den Ausblick auf das Kommende. Die Bedrohungslage, der Deutschland und Europa gegenüberstünden, sei in Israel seit der Gründung alltäglich. Und dennoch verlören die Menschen dort nicht die Lust am Leben. „Lassen sie uns von Israel lernen“, sagte er. Gleichzeitig rief er zur Wachsamkeit auf. Mit Blick auf fremdenfeindliche Gruppierungen und Parteien sagte er: „Der Antisemitismus ist in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen.“ Angesichts des Rückhaltes in Stadtgesellschaft und Politik schaue man aber zuversichtlich in die Zukunft.

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt, so wie er in Israel gelebt werde, bezeichnete auch Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann als den richtigen Ansatz: „Wir dürfen den Terroristen nicht das Feld überlassen.“ Gleichzeitig müsse man sich vor denen schützen, die einfache Lösungen anböten. Vor dem Hintergrund der Übergriffe auf Frauen in Köln rief sie dazu auf, die Werteordnung und Freiheit zu verteidigen. Kühne-Hörmann: „Wer sich nicht daran hält, muss gehen.“

Für Oberbürgermeister Bertram Hilgen ist die Integration der großen Zahl an Flüchtlinge eine der wichtigsten Herausforderungen. „Der größte Teil der Flüchtlinge wird zu Kasselern, deren Kinder zu Kasselanern und die Enkel zu Kasselänern - wenn wir es gut machen“, sagte er. Dafür müsse jetzt in Bildung und Integration investiert werden.

Integration und Zusammenhalt bezeichnete auch der israelische Generalkonsul Dr. Dan Shaham als Basis für die Verteidigung der Grundrechte einer Gesellschaft. Er hob die Entwicklung der deutsch-israelischen Beziehungen hervor. „Das Fundament ist stabiler denn je“, sagt er. Dabei liege der Fokus vor allem auf der jungen Generation. So laufe derzeit ein Projekt, bei dem deutsche Studenten die israelische Wirtschaft, Land und Leute in Praktika bei israelischen Firmen kennenlernten. In einem weiteren Projekt erarbeiten deutsche und israelische Studenten gemeinsam Lösungen vor allem in mittelständischen Unternehmen. Beide Projekte sollen auch in Hessen etabliert werden.

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