Für 100.000 Euro saniert

Neustart im „Hohen Gras“: Ausflugslokal wurde renoviert und hat wieder geöffnet

+
Freuen sich über die Wiedereröffnung des Waldgasthofes „Hohes Gras“: (von links) Pächter Christian Kropf (Kurhessische Getränke GmbH), Betreibern Jutta Bräutigam mit ihrem Lebensgefährten Wolfgang Titel sowie Johann Pfeiffer, Dieter Hankel und Dieter Henckel vom Hessisch-Waldeckischen Gebirgsverein.

Kassel. Die bei Wanderern, Spaziergängern, Naturliebhabern und Freizeitsportlern beliebte Waldgaststätte „Hohes Gras“ im Habichtswald hat ab heute wieder geöffnet.

„Wir haben es geschafft. Drei Ausrufezeichen hinter diesem Satz gehören dazu.“ Dieter Hankel, dem Vorsitzenden des Hessisch-Waldeckische Gebirgsverein Kassel (HWGV), waren am Freitagvormittag Stolz und Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Das Waldgasthaus „Hohes Gras“, das dem Verein seit über 80 Jahren gehört, ist nach drei Monaten Sanierung neu eröffnet worden.

Alles sei „geräuschlos und reibungslos“ über die Bühne gegangen, freute sich Hankel. Das war nicht immer so. Mit dem früheren Pächter, dem Ehepaar Dorit und Michael Bröffel, musste der Verein so einige Kämpfe austragen. Früher wäre es auch undenkbar gewesen, dass die Wirte des „Hohen Grases“ ihre Nachbarn vom Kletterwald im Lokal freundlich begrüßen. Bislang war Konfrontation statt Kooperation in dem Lokal im Habichtswald angesagt.

Das hat sich nun geändert. Nachbarn, Geschäftspartner und Handwerker feierten am Freitag die inoffizielle Eröffnung des Lokals mit dem Verein sowie Pächter Christian Kropf (Kurhessische Getränke GmbH) und der neuen Betreiberin Jutta Bräutigam. Heute eröffnet die Waldgaststätte wieder für das Publikum.

Der Umbau 

Weitere Infos zum Hohen Gras finden Sie hier im Regiowiki der HNA.

Unter der Bauleitung von Johann Pfeiffer vom HWGV wurden unter anderem die Toilettenanlagen komplett neu gestaltet: hell und modern mit Bewegungsmeldern fürs Licht. Alle Räume bis auf das Jagdzimmer wurden renoviert, die Elektroinstallation neu verlegt und neue Fensterscheiben mit einer höheren Dämmung eingesetzt. Die Küche ist ebenfalls neu. Insgesamt ist alles heller und moderner. Außerdem ist die Außentreppe neu gestaltet worden. Auch die 140 Quadratmeter große Wohnung im Obergeschoss, die vermietet werden soll, wurde komplett renoviert. 100.000 Euro hat der Verein in die Sanierung investiert.

Das Team 

Die Einrichtung des Restaurants hat die neue Betreiberin Jutta Bräutigam beigesteuert. Zuvor hatte sie vier Jahre lang das Café Eden auf dem Hohen Dörnberg bei Zierenberg betrieben. Unterstützt wird sie von ihrem Lebensgefährten Wolfgang Titel. Zu den zehn Mitarbeitern inklusive Aushilfskräften zählt außerdem Küchenchef Armenio Lopes.

Die Speisen 

Gekocht wird deutsch-rustikal mit möglichst vielen regionalen Produkten. Auf der Speisekarte stehen außerdem saisonale und vegetarische Gerichte. „Für das Gänseessen in der Vorweihnachtszeit gibt es schon Vorbestellungen“, sagt Bräutigam. Eine Gänsekeule mit Beilagen kostet zum Beispiel 19,50 Euro, Wildschweinbraten ist für 16,80 Euro zu haben. Für das Café sind Waffeln, Eis und Kuchen im Angebot. An den Wochenenden gibt es außerdem Frühstück. Die Getränke kommen von der Kurhessischen Getränke GmbH.

Ideen für die Zukunft 

Nach den Vorstellungen von Hankel soll sich das Hohe Gras zu einem Freizeitzentrum entwickeln. Neben Kletterwald, Skilift und Mountain-Bike-Strecke ist eine Down-Hill (bergab)-Strecke für Mountain-Biker geplant. Außerdem will der HWGV ein Rundwanderwegenetz ausgehend vom Hohen Gras einrichten.

Die Wirtin plant außerdem Kooperationen mit dem Kletterwald. Denkbar seien beispielsweise Kombi-Angebote für Kindergeburtstage. Im Frühjahr soll auch der Biergarten wieder geöffnet sein, für die kalte Jahreszeit sind Glühweinabende geplant.

Das Restaurant „Hohes Gras“ ist ab Samstag, 15. Oktober, wieder für Besucher geöffnet. An den Wochenenden hat das Ausflugslokal von 10 bis 18 Uhr, in der Woche von 11 bis 18 Uhr geöffnet sowie für Gruppen auch nach Absprache. Die Gaststätte ist mit dem Auto (Parkplätze sind vorhanden) sowie mit der Buslinie 22 vom Druseltal aus zu erreichen. 

Hintergrund: Turm wurde 1890 errichtet 

Der Aussichtsturm auf dem Hohen Gras im Habichtswald wurde 1890 eingeweiht. Die heutige Gaststätte war ursprünglich eine Hütte für die Bauarbeiter des Turms, die dann ausgebaut und 1904 als Gaststätte eingeweiht wurde. Seitdem besteht sie in der jetzigen Form.

Im Jahr 1929 erwarb der Hessisch-Waldeckische Gebirgsverein das Grundstück. Der Turm und das Gaststättengebäude sind denkmalgeschützt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.