Provisorische Krankenstation errichtet

2300 Flüchtlinge in Niederzwehren zur Impfung erwartet

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Vorbereitung auf die große Untersuchungs- und Impfaktion: Roy Kanzler, Einsatzleiter der Malteser, in der temporären Krankenstation im Gebäude der ehemaligen Bereitschaftspolizei.

Kassel. Innerhalb weniger Stunden haben Malteser am Freitagabend in Kassel eine provisorische Krankenstation errichtet.

In der geplanten Flüchtlingsunterkunft in Niederzwehren werden am Wochenende 2300 Flüchtlinge erwartet, die dort für eine Impfung und Erstuntersuchung mit Bussen hingebracht werden.

Sie kommen aus sechs Erstaufnahmelagern der Stadt und des Kreises Kassel. „Am Samstag erwarten wir 1300 Flüchtlinge und am Sonntag nochmal 1000“, so Roy Kanzler, Einsatzleiter der Malteser. Das ehemalige Gebäude der Bereitschaftspolizei an der Frankfurter Straße geht eigentlich erst übernächste Woche als Flüchtlingsunterkunft in Betrieb. Doch bereits an diesem Wochenende wir dort kurzfristig reges Treiben herrschen. Samstag und Sonntag werden sich jeweils 17 Ärzte, 25 Mitarbeiter der Malteser und 15 Dolmetscher um die medizinische Versorgung der Flüchtlinge kümmern, die anschließend wieder in ihre Unterkünfte gebracht werden.

Neben deren Untersuchung sollen sie bei Bedarf Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Mumps, Masern, Röteln und Grippe erhalten. Dolmetscher seien bei den Untersuchungen dabei, um mögliche Verständigungsprobleme auszuschließen, so Kanzler. Zudem seien auch mehrere arabisch sprechende Ärzte im Team. Um alle 2300 Flüchtlinge zu versorgen, werde das Team von morgens bis abends arbeiten. Es wird für den Malteser-Einsatzleiter nicht die erste Aufgabe dieser Art. Seit September ist er mit der so genannten „Malteser Medical Check“-Einheit in Hessen unterwegs, um die Neuankömmlinge zu untersuchen und versorgen.

In den knapp drei Monaten seien bereits 15 000 Flüchtlinge von seinem Team behandelt worden. Das brachte ihnen den Spitznamen „Flying doctors“ (fliegende Ärzte) ein. Die Malteser reisen den Registrierungsteams hinterher. Koordiniert werden sie von der zentralen Erstaufnahmestelle in Gießen, die auch die Impfungen stellt – so haben die Malteser allein 12 000 Grippeimpfungen an Bord. Die Flüchtlinge, die jetzt zwei Tage lang in Kassel untersucht werden, seien zwar bereits bei ihrer Ankunft in ihrer jeweiligen Erstaufnahmeeinrichtung daraufhin überprüft worden, ob sie erkrankt sind, sagt Michael Conrad, Sprecher des Kasseler Regierungspräsidiums.

Nun finde aber nochmal eine umfassendere medizinische Abklärung statt. Dies zentral zu organisieren sei sinnvoll. Beteiligt sind Flüchtlinge aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in der Landesfeuerwehrschule, dem Druseltal und der Marbachshöhe (Johanna-Vogt-Straße). Im Landkreis kommen sie aus Calden, Beberbeck und Lohfelden.

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