Einsatzeinheit unterstützt auch die Beamten des Polizeipräsidiums Nordhessen

Die Bereitschaftspolizei in Kassel: Beweise suchen und observieren

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Manchmal macht man sich auch bei der Arbeit schmutzig: Die Bereitschaftspolizisten halfen in dieser Woche dem Erkennungsdienst, Müll im Recyclinghof Langes Feld zu durchsuchen. Der Müll stammt aus Calden. Es ging um die Suche nach Spuren im Fall der 52-jährigen Frau aus Ehrsten, deren Leiche zwischen Meimbressen und Westuffeln gefunden worden war.

Kassel. Die Einsätze der Bereitschaftspolizei aus Niederzwehren sind vielfältig. In einer Serie stellen wir die Arbeit der BePo vor. Dieses Mal: Die Einsatzeinheit.

Es gibt sicher angenehmere Aufgaben, als im Müll fremder Leute zu wühlen. Theresa K., Daniel D., Tobias S., Philipp B. und Marian B. haben es diese Woche getan. Die fünf jungen Kommissare sind bei der Einsatzeinheit der Bereitschaftspolizei in Niederzwehren.

Am Mittwoch haben sie zusammen mit ihrem Truppführer Hendrik Honsel den Erkennungsdienst des Polizeipräsidiums Nordhessen bei der Suche nach Spuren im Fall der vermutlich bei einem Unfall getöteten 52-jährigen Ellen L. unterstützt. Die Leiche der Frau war am 14. Februar in einem Graben in Nähe des Baches Nebelbeeke zwischen den Caldener Ortsteilen Westuffeln und Meimbressen gefunden worden.

Brille gesucht

Die Ermittler hofften, in dem Abfall, den die Mitarbeiter des Bauhofes rund um das Gebiet eingesammelt hatten, zum Beispiel die verschwundene Brille des Opfers zu finden. Aus diesem Grund wurde der im Container gelagerte Müll im Recyclinghof Langes Feld in Niederzwehren über mehrere Stunden durchsucht. „Es gibt schönere Arbeiten. Im Sommer wäre es aber noch viel schlimmer gewesen. Und zum Glück kommt so etwas nicht oft vor“, sagt Polizeioberkommissar Honsel. Unangenehm sei gewesen, dass der Müll durch Regen nass geworden war. Und das abgestandene Wasser habe nicht gerade für einen besseren Geruch gesorgt.

Und dann wurde die mehrstündige Arbeit der Polizeibeamten nicht einmal belohnt. Nach Angaben von Polizeisprecher Jürgen Wolf wurden keine für den Fall relevanten Beweisstücke zwischen dem Müll entdeckt. Zur Polizeiarbeit gehört eben auch jede Menge Geduld.

Im Kampf gegen den Straßenraub

Die Szene auf dem Friedrichsplatz im Blick: Die Bereitschaftspolizisten Philipp B. (links) und Daniel D. unterstützten in dieser Woche auch die Operative Einheit des Polizeipräsidiums Nordhessen im Kampf gegen die Straßenkriminalität.

Wesentlich erfolgreicher war hingegen der Donnerstag dieser Woche, als die sechs Bereitschaftspolizisten die Operative Einheit (OPE) der Polizeidirektion mal wieder unterstützten. Die OPE ist in erster Linie dazu da, die Straßenkriminalität in der Kasseler Innenstadt zu bekämpfen, sagt Dienstgruppenleiter Markus Weymann.

Suche nach Frau

Der Polizeihauptkommissar und seine Kollegen bereiten zunächst die Bereitschaftspolizisten bei einer Dienstbesprechung für den Tag vor. Gegen eine 27-jährige Frau besteht ein offener Haftbefehl. Sie soll sich oft in der Trinker- und Drogenszene in der Innenstadt aufhalten. Weymann zeigt den Kollegen von der Bereitschaftspolizei ein Foto der Frau.

Kurze Zeit später, nachdem sich alle mit Pistole, Pfefferspray und Teleskopschlagstock bewaffnet und mit Schutzkleidung ausgerüstet hatten, schwirren die Polizisten in Teams in der Innenstadt aus. Alle in Zivil. „Es ist schön, wenn wir frische Kräfte von der Bereitschaftspolizei haben“, sagt Weymann. Deren Gesichter sind in der Szene noch nicht bekannt.

Verbunden sind die Beamten über Handys. Jeder wählt sich in die Telefonkonferenz ein, bei der alle hören und sprechen können. Der Knopf im Ohr ist wesentlich unauffälliger als ein Funkgerät. Das ist Kommunikation wie aus einem modernen Polizeifilm.

Einzelne Polizisten haben sich auf sogenannte Ausgucke verteilt. In der Innenstadt gibt es verschiedene Örtlichkeiten, von wo aus die Beamten alles im Blick haben. Mit dem Fernglas beobachten sie die Szene und informieren ihre Kollegen auf der Straße über mögliche Drogengeschäfte.

Drogenfund

Die Bereitschaftspolizisten Philipp B. und Daniel D. verfolgen eine Frau, die verdächtigt wird, Drogen gekauft zu haben. Begleitet werden sie von einer Kollegin der OPE. Nämlich nur eine Beamtin darf eine Frau durchsuchen. Bei der Verdächtigen werden tatsächlich geringe Mengen Drogen gefunden.

Insgesamt werden an diesem Tag in der Innenstadt drei Anzeigen wegen des Handelns mit Betäubungsmitteln von den Ermittlern geschrieben. Um 17 Uhr erwischen die Beamten dann auch noch am Eingang zur Tiefgarage Friedrichsplatz die 27-Jährige, die per Haftbefehl gesucht wurde. Die Frau wurde in die Krankenabteilung der JVA Wehlheiden gebracht.

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