Trotz Super-Ergebnis nicht ins Stadtteilgremium

Freier Wähler scheitert an SPD-Stimme und zieht nicht in Ortsbeirat

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Starke SPD schadete dem Freien Wähler: Gerhard Rinder zieht nicht in den Ortsbeirat.

Niederzwehren. „Und schuld daran ist nur die SPD“, trällerte einst Rudi Carrell. Diese Zeile könnte auch Gerhard Rinder (Freie Wähler) aus Niederzwehren in diesen Tagen singen.

Obwohl er bei der Wahl zum Ortsbeirat das drittbeste Einzelergebnis in ganz Niederzwehren erzielt hat und auch besser als seine früheren Parteifreunde von der CDU abgeschnitten hat, zieht er nicht ins Stadtteilgremium.

Und daran hat wirklich das gute Abschneiden der SPD Schuld, die über 50 Prozent der Stimmen und damit die absolute Mehrheit im Ortsbeirat erreicht hat. Und danach stehen der SPD mindestens sechs der elf Sitze im Ortsbeirat zu. Drei Sitze gehen an die CDU und zwei an die Grünen

Hätte die SPD nur 50 Prozent der Stimmen gewonnen, wäre Rinder nicht leer ausgegangen, sagt Sascha Stiebing, Sprecher der Stadt. Das ist um so bitterer für den Kandidaten der Freien Wähler, weil die SPD wirklich nur mit einer Stimme die absolute Mehrheit erreicht hat. 18 238 Stimmen für die SPD hätten 50 Prozent bedeutet. Tatsächlich hat die SPD aber 18 239 Stimmen (50,0027 Prozent) bekommen und damit die absolute Mehrheit erreicht.

Ortsvorsteher Harald Böttger (SPD) freut sich zwar über das gute Abschneiden seiner Partei, bedauert aber das Ausscheiden Rinders, mit dem er viele Jahre eng zusammen gearbeitet hat. Der tief im Stadtteil verwurzelte Rinder habe immer zum Wohl von Niederzwehren gehandelt, nicht zum Wohl der Partei, sagt Böttger.

Rinder war nach einer Auseinandersetzung mit der Kasseler Parteivorsitzenden Eva Kühne-Hörmann im April vergangenen Jahres aus der CDU ausgetreten und hatte sich anschließend den Freien Wählern angeschlossen.

Natürlich sei er enttäuscht, dass der Einzug in den Ortsbeirat nicht geklappt habe, insbesondere durch die Tatsache, dass er in Niederzwehren mit 2261 Stimmen das dritthöchste Wahlergebnis aller Kandidaten einfahren konnte, sagt Rinder.

„Meine Enttäuschung hält sich in Grenzen, weil ich vor der Wahl unsicher war, ob ich nach 20 Jahren Einsatz für Niederzwehrener Belange und meinem Lebensalter von 77 Jahren nicht Schluss machen sollte“, sagt Rinder. Allein die Tatsache, dass die Ortsbeiratsarbeit unter der Führung von Harald Böttger eine besondere menschliche Note hatte, habe ihn dazu bewogen, noch einmal zu kandidieren. Das sehr gute Ergebnis anhand der nackten Zahlen signalisiere ihm, dass seine Arbeit in den vergangenen vier Wahlperioden geschätzt worden sei. „Ich bedauere sehr, dass ich meine vielen Wähler mit meinem Nichterreichen des Wahlzieles nun nicht vertreten darf“, so der 77-Jährige.

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