Unbekannter buddelte einen Sarg aus

Grabschändung auf Friedhof Niederzwehren: Polizei ermittelt

Kassel. Ein Unbekannter hat auf dem Friedhof im Kasseler Stadtteil Niederzwehren ein Grab geschändet. Und es ist nicht der erste Fall in Kassel.

Laut Polizei ereignete sich die Tat zwischen vergangenem Montagnachmittag und Dienstag. Der Täter schaufelte Erde weg und legte den Sarg fast vollständig frei. Die Polizei ermittelt nun wegen Störung der Totenruhe.

Angehörige hatten das Grab am Dienstagmittag entdeckt und die Friedhofsverwaltung verständigt. Die Beamten des Polizeireviers Süd-West gehen davon aus, dass der Täter im Schutz der Dunkelheit agierte und seine Kleidung auf Grund der Witterung erheblich verschmutzt sein dürfte. Die Ermittlungen deuteten derzeit darauf hin, dass nur ein Täter am Werk war, berichtet Werner. Dieser hatte die Erde des Grabs auf einer Fläche von einem halben Meter mal 1,80 Meter bis auf den Sarg ausgehoben. Der Sarg wurde leicht beschädigt, blieb aber nach Angaben der Friedhofsverwaltung ungeöffnet.

Die Polizei fand am Tatort einen Teil eines Spatens. Der Täter hatte den abgebrochenen Holzstiel zurückgelassen, von dem blauen Spatenblatt fehlt derzeit jede Spur. „Möglicherweise zwang das abgebrochene Blatt den Täter zur Aufgabe seines weiteren Vorhabens“, sagt Werner. Er bezeichnet den Vorfall als „pietätlose Tat“. Nach Auskunft der Friedhofsverwaltung muss der Täter etwa eine Stunde gebraucht haben, um das Grab so tief auszuheben.

Einen ähnlichen Fall von Störung der Totenruhe hatte es bereits im April vergangenen Jahres gegeben. Damals hatten Unbekannte ein Grab auf dem Hauptfriedhof geschändet: Sie hatten den Sarg teilweise freigelegt, diesen aber nicht geöffnet. Möglicherweise waren sie bei ihrer Tat, die bislang nicht aufgeklärt werden konnte, gestört worden. „Es bestehen Parallelen, aber wir haben keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang“, sagt Polizeisprecher Werner.

Zeugenhinweise: Polizei Kassel, Tel. 0561/9100

Anm. der Redaktion: Aus Rücksichtnahme auf die Angehörigen und weil die Polizei davon ausgeht, dass die Grabschändung in keinem direkten Zusammenhang mit dem Verstorbenen steht, verzichten wir auf nähere Informationen zum Toten und auf Fotos des geöffneten Grabes.

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