Börse für Sticker von EM-Helden 

Tauschrausch: Hunderte Panini-Sammler trafen sich im Dez in Kassel

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Kam mit Oma Jutta zur Panini-Tauschbörse der HNA auf dem Dez-Parkplatz: Die siebenjährige Charlotte Dickhaut aus Kassel. 

Kassel. Wer am Samstag im Dez war und das Einkaufszentrum durch den Seiteneingang zum Adler-Markt betrat, musste an einer Menschentraube hinter weiß-rotem Absperrband vorbei.

Auf dem Boden sitzend und an Stehtischen studierten die Versammelten hochkonzentriert lange Listen, strichen irgendwelche Einträge ab und kommunizierten zumeist nur über den Zuruf von Ziffern – etwa so: „Ich suche 13, 18, 59 und 256.“ Ein anderer sagte: „Mir fehlen 5, 11 und 78.“ 

Panini-Sammler:  Mattis (von links), Jack, Jonathan, Tim und Lasse.

Was sich für Nichteingeweihte wie Geheimcodes anhörte, waren in Wirklichkeit die Nummern der beliebten Panini-Klebebilder mit den Konterfeis der Fußballspieler, die an der am Freitag gestarteten Europameisterschaft teilnehmen. Die oft unaussprechlichen Namen der hierzulande vielfach unbekannten Spieler nennt bei solchen Anlässen kein Mensch. Zusammen mit den 24 Mannschaftsfotos sowie den sieben McDonald’s- und den 23 Coca-Cola-Sonderbildern gibt es diesmal 710 begehrte Motive.

Nur ganz wenige schaffen es, ihr Album zu komplettieren, weil einige Motive besonders selten sind. Dafür gibt es andere sehr häufig, was dazu führt, dass man einige Spieler doppelt und dreifach hat.

Viele Erwachsene

Abhilfe schaffte die Panini-Tauschbörse der HNA, die die Aktion gemeinsam mit dem Einkaufszentrum Dez initiiert hatte. Und einige Hundert kamen, um die fehlenden Bildchen gegen andere einzutauschen – keineswegs nur Kinder. Ganz im Gegenteil: Viele Erwachsene betreiben das Tauschgeschäft mit großer Ernsthaftigkeit und erstaunlichem Ehrgeiz.

Nicht so Thorsten und Melanie Kern aus Fuldatal, die mit Sohn Lukas gekommen waren. Die Panini-Bildchen bekommt der Grundschüler als Anreiz zum Lernen. „Wenn ich welche haben will, muss ich lesen, schreiben oder rechnen“, sagte er. Und es funktioniert. „Für einige Bildchen extra lernt er sogar freiwillig“, erklärte der Vater.

Die siebenjährige Charlotte ist mit Oma Jutta Dickhaut gekommen. 70 Motive fehlten ihnen. „Alle werden wir nicht bekommen, aber viele, denke ich“, sagte die Oma.

Eine Erfolgsgeschichte

Panini ist eine italienische Erfolgsgeschichte. 1961 gaben Guiseppe, Umberto und Franco Cosimo Panini erstmals ein Sammelalbum für 90 Bilder italienischer Spieler heraus. Das Geschäft wuchs schnell und wurde bald international. Heute setzt das Unternehmen aus Modena in Norditalien mit 1000 Beschäftigten mehr als 750 Mio. Euro im Jahr um.

HNA-Aktion: Gedränge bei der Panini-Tauschbörse am Dez

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