19,90 Euro bei Penny erhoben

Keine Parkscheibe im Auto: Kasseler Supermarkt verteilt Knöllchen

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Nur mit Parkscheibe: Große Schilder an der Einfahrt und auf dem Parkplatz des Penny-Markts an der Frankfurter Straße/Töpfenhofweg weisen auf die maximale Parkdauer und drohenden Konzequenzen hin.

Kassel. Auch auf Kundenparkplätzen drohen Autofahrern immer häufiger Strafen: Einkaufsmärkte in Kassel gehen zunehmend gegen Fremd- und Dauerparker auf ihren Stellflächen vor.

Viele Supermärkte erlauben das Parken nur noch mit Parkscheibe für die Dauer von ein bis zwei Stunden. Autofahrer, die sich nicht daran halten, müssen mit Sanktionen rechnen.

Während die meisten Supermärkte androhen, die Autos abzuschleppen, stellt der Penny-Discounter an der Frankfurter Straße seit Kurzem Strafzettel aus - als bislang einziger Markt in Kassel. Mit der Kontrolle des Parkplatzes hat Penny eine private Firma beauftragt. Wer ohne Parkscheibe erwischt wird und auch keinen Kassenbon aus der Filiale vorweisen kann, muss 19,90 Euro bezahlen. Zum Vergleich: Ein Knöllchen vom städtischen Ordnungsamt kostet 10 Euro bei einer Parkzeitüberschreitung von bis zu einer halben Stunde, bei zunehmender Dauer werden bis zu 30 Euro fällig.

In der Vergangenheit hätten immer wieder Nicht-Kunden und Dauerparker den Parkplatz genutzt und die Stellflächen blockiert, sagte eine Penny-Sprecherin auf Anfrage der HNA. Daher habe man die Firma „Fair Parken“ mit Sitz in Düsseldorf mit der Überwachung beauftragt. Die Einnahmen aus den Knöllchen gehen nicht an Penny, sondern an die Firma.

Rechtlich ist das Vorgehen nicht zu beanstanden, sagt Olaf Behnel, Sprecher des ADAC Hessen-Thüringen. „Auf Privatparkplätzen bestimmt der Eigentümer die Regeln.“ Voraussetzung sei, dass auf gut sichtbaren Schildern auf die Bedingungen und mögliche Sanktionen hingewiesen wird. Der Autofahrer gibt dazu seine Einwilligung, indem er sein Fahrzeug dort parkt.

Auch Abschleppkosten dürfen den Autofahrern in Rechnung gestellt werden, wenn sie sich nicht an die Regeln auf dem Kundenparkplatz halten. Das hat der Bundesgerichtshof in mehreren Urteilen bestätigt.

Eine Fortsetzung zu diesem Thema lesen Sie am Dienstag in der gedruckten Ausgabe der HNA.

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