Erstaufnahme in Niederzwehren für bis zu 600 Personen

Flüchtlinge kommen nun auf Gelände der Bereitschaftspolizei

Wird Erstaufnahmestelle: Wahrscheinlich schon in der kommenden Woche werden die ersten Flüchtlinge auf das Gelände der Bereitschaftspolizei in Niederzwehren ziehen. Archivfoto: Koch

Kassel. In zwei Blocks des Bereitschaftspolizeigeländes in Niederzwehren wird eine weitere Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Betrieb gehen - wahrscheinlich schon zwischen 30. November und 4. Dezember.

Sie könnte bis zu 600 Asylbewerber aufnehmen. Das kündigten Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke CDU) und Kassels Stadtkämmerer Christian Geselle (SPD) während einer Informationsveranstaltung in der Matthäus-Kirche an. Weit über 1000 Besucher waren gekommen, um Hilfsbereitschaft, aber auch Ängste zu signalisieren. Beides hielt sich die Waage.

Wie sieht es mit der Willkommenskultur aus, wollte Pfarrerin Kerstin Hering, die in der Flüchtlingshilfe auf der Marbachshöhe engagiert ist, wissen. Wie könnten Vereine den Flüchtlingen helfen, fragte Heinz Körner aus der Südstadt. Lübcke riet den Helfern von zu schnellem Engagement für die Flüchtlinge ab. „Diese Leute brauchen noch Ruhe“, sagte er. Viele Neuankömmlinge seien noch schwer traumatisiert.

Kurt Ullrich Heldmann, beim RP für die Koordination des Ehrenamts zuständig, wurde deutlich. „Wir wollen keinen unkontrollierten Zugang“, sagte er und ergänzte: „Die Wohnbereiche sind tabu.“ Einen Zugang für Helfer soll es nur mit speziellen Ausweisen geben. Lübcke riet ihnen, sich mit Heldmann und dem Leiter der künftigen Einrichtung, Hans Werner Patzki, in Verbindung zu setzen, ebenso mit der Ehrenamtsagentur. Mit Sorgen und Anregungen könne man sich auch an das Servicecenter Kassel, Tel. 115, wenden.

Ängste solle man offen äußern und ausdiskutieren, empfahl Lübcke den Zuhörern. Edelgard Winzer, die nach eigenen Angaben gegenüber der neuen Erstaufnahmeeinrichtung wohnt, nahm den RP beim Wort. „Es heißt immer, es geht um den Schutz der Flüchtlinge. Aber wer schützt uns?“, fragte sie und machte deutlich, dass sie Sorge um die Belästigung von Frauen durch männliche Flüchtlinge hat.

Die Flüchtlinge bekämen alle Informationsblätter mit den Benimm-Regeln in Deutschland. Außerdem stünden Betreuer bereit, die im Umgang mit Menschen fremder Kulturen ausgebildet seien. Er wies darauf hin, dass es im Bereich des RP noch zu keinen schweren Übergriffen gekommen sei, er riet aber auch zur Wachsamkeit. Derzeit sitzt ein syrischer Flüchtling von der Marbachshöhe unter dem Verdacht in Untersuchungshaft, eine junge Landsmännin vergewaltigt zu haben.

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