Alles muss raus - Anschließend Umbau für neuen Lebensmittelanbieter

Real im Dez schließt: Letzter Verkaufstag am 23. Januar

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Rabatte locken zum Ausverkauf: Vom Eingangsbereich aus gesehen wirkt der Real-Verbrauchermarkt im Dez wie immer. Je weiter man aber auf der riesigen Fläche nach innen kommt, desto leerer zeigen sich bereits die Regale, Theken und Kühltruhen.

Kassel. Im Real-Markt im Dez herrscht Ausverkaufsstimmung: Am Samstag, 23. Januar, wird der Verbrauchermarkt nach 35 Jahren in dem Niederzwehrener Einkaufszentrum letztmals geöffnet sein.

Real gibt diesen Standort auf, der in den Anfangsjahren unter "Allkauf" firmierte. Ein Großteil der Regale und Kühltruhen sowie alle Thekenauslagen sind bereits geräumt, dennoch sind viele Kunden im Markt unterwegs. Wer in diesen Tagen das Real besucht, will weniger einen kompletten Wocheneinkauf machen, sondern ist auf Schnäppchenjagd: Überall weisen Schilder auf Preisreduzierungen hin.

Je weiter man in die riesige Marktfläche hineingeht, desto leerer wird die Szenerie. Nur noch in einer von sieben langen Tiefkühlzeilen sind noch Eisbecher und andere Frostprodukte zu finden. Die lange Käsetheke wurde laut einem Infoschild bereits zum 30. November ausgeräumt, zum Jahresende war auch schon Schluss für die Fleischbedienung. „Alles muss raus - verhandeln Sie Ihr Wurstpaket“, steht auf einer übrig gebliebenen Tafel. In einem Regal wartet abgepackter Aufschnitt noch auf Abnehmer.

Obst und Gemüse gibt es nach wie vor - die leuchtend bunte Insel sticht heraus zwischen Abverkaufs-Wühltischen, einer Flotte ermäßigter Fahrräder und ausgeräumter Regalflächen: Noch Restbestände gibt es bei Elektrokleingeräten und Spielwaren, auch nach dem Weihnachtsfest stoßen sie auf reges Kundeninteresse. Haushaltswaren sind weitgehend weg, die Abteilung für Autozubehör und -pflege wurde am Mittwoch zu Grabe getragen: Mitarbeiter hängten als Letztes über den vollständig geräumten Regalen das Sonderpreis-Plakat ab.

„Ich dachte erst, ihr wolltet nur mal gründlich putzen“, scherzte ein Kunde in der Nähe mit einer Verkäuferin. Ohne Galgenhumor, sondern offenbar ehrlich verunsichert suchte ein älteres Paar mit osteuropäischem Akzent Hilfe bei einer anderen Verkaufskraft. „Ja, alles schon leer, da drüben auch“, bestätigte diese den Augenschein: „Wir kriegen jetzt auch nicht mehr viel rein.“

Was noch da ist an Lebensmitteln, wird in den lückenhaften Regalen zu kleinen bunten Inseln arrangiert. Überall sind Real-Beschäftigte mit Preisetikettiermaschinen zugange: Beim Abverkauf der Lagerware auf neuen Plätzen funktionieren häufig die Preisangaben an den Regalen nicht mehr.

Auch wenn es bei Real im Dezschon vieles nicht mehr gibt: Das Prinzip Sonderpreis-Wundertüte zieht dennoch viele Kunden an. „Guck mal, ob du noch was Tolles findest“, rief eine Frau ihrem Begleiter zu. Ein anderes Paar deckte sich mit Ersatz-Glühbirnen für die ganze Wohnung ein.

Nachdem Real ausgezogen ist, wird eine etwa zweimonatige Umbaupause für einen neuen Lebensmittelanbieter folgen, sagte Dez-Manager Kai Ehlers. Namen könne er momentan noch nicht nennen, da der Mietvertrag noch nicht unterzeichnet sei. Dem Vernehmen nach sollen zuletzt noch zwei namhafte Lebensmittelketten im Rennen gewesen sein.

Hintergrund: Bisher hat jeder Sechste einen neuen Job

Die Lebensmittelkette Real wird die 5600 Quadratmeter große Fläche im Dez zum 1. Februar „besenrein übergeben“, sagte eine Firmensprecherin auf Anfrage der HNA. Am Mittwoch sei bereits mit dem Abbau der ersten Regale begonnen worden. Das Unternehmen verweist seine Kunden im Dez mit Plakathinweisen auf den anderen Kasseler Real-Standort am Franzgraben, der bestehen bleiben wird.

Vor der Entscheidung, den Markt in dem Niederzwehrener Einkaufszentrum zu schließen, haben dort laut Real 110 festangestellte Beschäftigte gearbeitet. Von ihnen hätten bislang 18 eine neue Arbeitsstelle gefunden, davon zwölf in anderen Real-Märkten in Kassel und Umgebung.

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