K+S nimmt Düngermarkt in Südostasien in Visier

Norbert Steiner

Kassel. Der Kasseler Düngemittel- und Salzproduzent K+S verstärkt durch Zukauf sein Engagement in den fernöstlichen Wachstumsmärkten

Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S sucht sein Heil zusehendes in den asiatischen Wachstumsmärkten. Nach dem Erwerb von Lizenzen zum Bau einer großen Meersalz-Gewinnungsanlage in Australien im Mai hat das Unternehmen jetzt den chinesischen Hersteller von wasserlöslichem synthetischem Magnesiumsulfat (SMS) Magpower erworben. Das kleine Unternehmen gewinnt den weltweit begehrten Spezialdünger etwa für Ölpalmen, Sojabohnen und Zuckerrohr in einem eigenen Werk, indem es Schwefelsäure mit Magnesiumoxid reagieren lässt. Im Gegensatz dazu stellt K+S natürliche Magnesiumsulfat-haltige Düngemittel an seinen Grubenstandorten her.

Beide - synthetisches und natürliches Magnesiumsulfat - haben je nach Pflanzenart Vor- und Nachteile. Während das natürliche Produkt sich langsamer auflöst und so für ein gleichmäßigeres, gesünderes Wachstum sorgt, löst sich das künstliche Produkt schneller auf und beschleunigt das Wachstum. Daher konkurrieren die beiden Düngemittel nicht unmittelbar miteinander.

K+S-Vorstandschef Norbert Steiner begründete den Zukauf mit der Stärkung der Wettbewerbsposition im Spezialtätenbereich und mit der leichteren Erschließung der südostasiatischen Wachstumsmärkte. „Dort sehen wir ein hohes Absatzpotenzial für magnesiumhaltige Produkte, das wir von unseren deutschen Standorten nicht ausreichend bedienen können“, sagte er.

Der K+S-Aktie bekam die Nachricht gut. Sie legte bis jetzt um 6,46 Prozent auf 20,01 Euro zu. Allerdings lag das vor allem daran, dass der US-Konkurrent Mosaic eine Produktionskürung angekündigt hat. Denn beim Standardprodukt Kaliumchlorid gibt es weltweit Überkapazitäten, was den Preis auf ein Zehnjahrestief und damit die Gewinne der Branche drastisch gedrückt hat. (jop)

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