Bildhauer Balkenhol hat Neubau auf Unterstadtbahnhof errichtet

Hier entsteht bald Kunst made in Kassel: Der Bildhauer Stephan Balkenhol auf dem Gelände des ehemaligen Unterstadtbahnhofs an der Mombachstraße. Im Hintergrund ist der Turm der Auferstehungskirche zu sehen. Fotos: Fischer

Nord-Holland. Der erste Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Unterstadtbahnhofs ist schon fast fertig. Im Frühjahr will der Kasseler Künstler Stephan Balkenhol in seinem neuen Atelier an der Mombachstraße die Arbeit aufnehmen.

Direkt gegenüber der Auferstehungskirche ist seit Herbst 2014 ein Backsteinbau entstanden, der mit seinem Sheddach an alte Industriearchitektur erinnert.

Die seitlichen Oberlichter aus Lamellenglas sorgen für einen indirekten Lichteinfall, sodass das Atelier schön hell ist, ohne dass die Sonne direkt hineinstrahlen kann. In den Werkstatträumen wird der renommierte Bildhauer künftig seine Skulpturen herstellen, die von dort aus in alle Welt gehen werden. Für sein Kunst gilt dann: Made in Kassel.

Den Kasselern ist Balkenhol spätestens seit der documenta 13 ein Begriff: Damals hatte er mit der Skulptur eines Mannes auf dem Turm der St.-Elisabeth-Kirche am Friedrichsplatz für Aufsehen gesorgt. Der Mann auf der Kugel dreht im Kirchturm bis heute seine Runden. Im documenta-Sommer 2012 war Balkenhol auch auf die Brache auf dem ehemaligen Unterstadtbahnhof aufmerksam geworden. „Ich fand die Gegend interessant, weil sie noch ein bisschen wild ist“, sagt der Künstler.

Seinerzeit lebte Balkenhol noch überwiegend in Karlsruhe, wo er eine Professur innehat, sowie in Berlin und Frankreich. Dann lernte er seine heutige Frau kennen, mit der er inzwischen eine kleine Tochter hat, und verlegte seinen Lebensmittelpunkt wieder in seine alte Heimat Nordhessen.

Herzstück seines neuen Ateliers – entworfen vom Kasseler Büro punkt4 Architekten – ist eine große Halle. Sie ist sogar mit einem Kran unter der Decke ausgestattet, um die mitunter riesenhaften Skulpturen bewegen zu können. Zuletzt hat Balkenhol beispielsweise eine fast sechs Meter hohe und drei Tonnen schwere Bronzefigur eines knienden Mannes geschaffen.

Um die Halle herum gruppieren sich eine Metall- und eine Holzwerkstatt. Wo er mit Holz und Gips arbeiten wird, ist ein Nassbereich samt Abfluss eingerichtet. Auch ein Zeichenraum ist vorgesehen, „zur Kontemplation“, sagt Balkenhol. Im Obergeschoss befindet sich neben Sanitärräumen und Küche auch ein gemütliches Kaminzimmer.

Da das Haus direkt an eine Böschung gebaut ist, kann man von dort direkt auf eine Terrasse treten. „Wenn schon, denn schon“, sagt Balkenhol, wenn die ersten Besucher seiner neuen Arbeitsstätte ins Schwärmen geraten, „schließlich will ich nicht nochmal ein Atelier bauen.“

Auch an die Energieeffizienz hat der Bauherr gedacht. Strom kommt von den Solarzellen auf dem Dach, geheizt wird mit Wärmepumpe. Auch aus Holzabfällen wird in einem Festbrennstoffkessel Wärme gewonnen.

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