Baustart im kommenden Jahr

Bald Kassels Studentenbude Nummer 1: Gottschalk-Bauten werden saniert

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Von Studenten für Studenten: Marc Nocke (links) und Richard Pfeiffer haben einen Vorentwurf für den Umbau der ehemaligen Gottschalk-Bauten erstellt.

Kassel. Die Fenster sind vernagelt oder zugemauert, auf den Backsteinwänden prangen Graffiti, in einer Gemäuerecke hat ein Bäumchen Wurzeln geschlagen.

Die seit Jahren leer stehenden sogenannten Kopfbauten auf dem ehemaligen Gottschalkgelände sollen bald zu neuem Leben erweckt werden. Wo früher die Tuchfabrik Gottschalk ihre Stoffe trocknete und färbte, sollen künftig die studentischen Einrichtungen der Uni Kassel einziehen. Der Asta mit seinen Büros, Beratungsstellen und autonomen Referaten sowie der studentische Club, der bislang im K 19 untergebracht ist, sollen dort unter einem Dach zusammengefasst werden. Für Umbau und Sanierung des über 100 Jahre alten Komplexes hat die Uni auf studentische Ideen gesetzt. Die Architekturstudenten Marc Nocke und Richard Pfeiffer, die sich im vergangenen Jahr in einem Wettbewerb durchgesetzt hatten, haben inzwischen einen Vorentwurf erstellt. Er soll im nächsten Schritt von einem Architekturbüro im Detail ausgearbeitet werden, sodass die Bauarbeiten im nächsten Jahr starten können.

Charme des Unperfekten

Eine Ansicht von dem geplanten lichtdurchfluteten Durchgang zwischen den beiden Gebäudeteilen. Die Pläne sollen nun von einem Architekturbüro ausgearbeitet werden. 

Vorgesehen ist, möglichst viel historische Bausubstanz zu erhalten, sagt Marc Nocke. „Wir wollen nur behutsame Eingriffe vornehmen“, betont der 25-jährige Bachelorstudent, „der Altbau soll an vielen Stellen durchscheinen.“ So sollen in die großen Hallen des 1910 errichteten Industriebaus Leichtbauwände eingezogen werden, die den Raum boxenartig unterteilen.

Auch im Innern hat der Zahn der Zeit an den Wänden genagt. Viele Graffiti zeugen davon, dass nach dem Auszug der Tuchfabrik sich offenbar Partyvolk Zutritt verschafft hat. Diesen Charme des Unperfekten würden die Studenten gern teilweise bewahren. „Wir wollen hier nicht einmal mit dem Sandstrahler durchgehen, sodass alles glänzt wie ein Neubau“, sagt Marc Nocke. „Die Nutzung, die das Gebäude über die Zeit erfahren hat, soll noch ablesbar sein.“

Auch der niedrige Mitteltrakt, der erst später als Verbindung zwischen den beiden Einzelgebäuden angebaut wurde, soll erhalten bleiben. Moderne Akzente sollen die Fassade und Decke aus Glaselementen setzen. Sie sollen den Durchgang in einen lichtdurchfluteten „Kommunikationsraum“ verwandeln, sagt Masterstudent Richard Pfeiffer. Auch eine kleine Cafeteria soll zum Verweilen einladen. Im Untergeschoss soll der studentische Club mit Bühne und Bar eingerichtet werden.

An der weiteren Ausarbeitung des Entwurfs durch ein Architekturbüro sollen die beiden Studenten nach Möglichkeit beteiligt werden, sagt Klaus Sausmikat, Leiter der Bauabteilung der Uni. „Wir wünschen uns, dass viel von ihren Ideen umgesetzt wird.“

Für das Bauprojekt sind 4,5 Mio. Euro aus dem Hochschulpakt reserviert. Die Mittel sind zeitlich gebunden: Ende 2018 muss das studentische Zentrum fertig sein. 

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