Bewohner warteten am Abend in Turnhalle

Bombenfund in Nordstadt: Evakuierung und aufgeregte Hunde

Fuhren mit dem Bus zur Turnhalle der Hegelsbergschule: Charlotte Konrad (links) und ihre Nachbarin Gisela Kauffmann. Foto:  Fischer

Kassel. Als am Mittwochnachmittag bei Baggerarbeiten eine Fliegerbombe gefunden wird, läuft die ganze Maschinerie an. Evakuierung, Straßensperrung, Entschärfung. Ein Bericht.

Ein Teil der Bewohner der Niedervellmarer Straße und der Rohrwiesenstraße wurde nach dem Bombenfund Mittwochnachmittag von den Einsatzkräften der Feuerwehr über die Evakuierung ihrer Häuser informiert. Sie konnten solange in der Turnhalle der Hegelsbergschule unterkommen. Viele seien aber zu Verwandten gefahren, hieß es von den Einsatzkräften.

Einige hatten sich bereits zu Fuß oder mit dem eigenen Auto auf den Weg zur Turnhalle an der Quellhofstraße gemacht. „Eigentlich würde jetzt hier das Handballtraining der Frauen stattfinden“, sagte Hallenwart Frank Brede. „Denen haben wir dann aber kurzfristig abgesagt“, ergänzte sein Kollege Sven Kaiser. Die beiden wären sowieso noch einige Stunden im Dienst gewesen, jetzt habe der Abend plötzlich eine ereignisreiche Wendung genommen.

Aufgeregt: Auch Hündin Kimmi musste mit ihren Besitzern die Wohnung an der Rohrwiesenstraße verlassen. Foto: Meyer

Wer nicht selbst zur Halle laufen konnte, wurde mit einem extra eingesetzten Bus der KVG gefahren. Gegen 19.45 Uhr erreichten dann knapp 15 Personen so die Notunterkunft. Drei bettlägrige Patienten wurden mithilfe des Rettungsdienstes aus ihren Wohnungen gebracht. „Ich hatte mir den Abend eigentlich anders vorgestellt“, sagte Andrea Deimer, die an der Rohrwiesenstraße wohnt. „Meine Tochter hat morgen Geburtstag und eigentlich war ich gerade mitten in den Vorbereitungen.“

Auch Schäferhündin Kimmi saß ganz aufgeregt auf dem Boden. Vom Hallenwart bekam sie eine Schale mit Wasser gebracht. Als dann auch noch ein Gummiball geholt wurde, war die Aufregung schnell vergessen und die Hündin tobte freudig über den Boden.

Auch Gisela und Jürgen Kauffmann aus der Rohrwiesenstraße gaben sich nach dem Bombenfund gelassen. Er wundere sich nicht, dass bei den Bauarbeiten ein Blindgänger entdeckt worden sei, sagte Jürgen Kauffmann. „Da hinten bei Henschel sind doch ganz viele Bomben runtergegangen.“ Kauffmann zeigte sich zuversichtlich, dass die Experten des Kampfmittelräumdienstes einen guten Job machen werden. „Bisher ist doch immer alles gut gegangen.“

Einer anderen Sache war der Mann sich auch sicher: „Das ist nicht die letzte Bombe, die in Kassel gefunden worden ist.“ Nachdem die Bombe um kurz nach 20 Uhr entschärft war, wurden die Sperrungen aufgehoben und die Menschen durften in ihre Häuser zurück. Darüber freute sich sicher auch Gisela Kauffmann. So konnte sie doch noch „Ku’damm 56“ im Fernsehen schauen.

Weltkriegs-Bombe in Nordstadt gefunden

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