Flüchtlingsheim in Kasseler Nordstadt: AfD übt Kritik

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Flexible Nutzung: Die Wohnhäuser, die von einer Arbeitsgemeinschaft Kasseler Architekten entworfen worden sind, sollen zunächst als Flüchtlingsunterkunft und später als normale Mietwohnungen der GWG dienen.

Kassel. Der laufende Neubau eines Wohnhauses an der Bunsenstraße, in dem Flüchtlinge untergebracht werden sollen, stößt bei der Alternative für Deutschland (AfD) auf Kritik. Nach Ansicht der AfD-Fraktion ist das Bauprojekt der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG „überteuert“.

Die veranschlagten Baukosten belaufen sich nach Berechnungen der AfD auf 3750 Euro pro Quadratmeter. Selbst Luxus-wohnungen seien günstiger, sagt der AfD-Fraktionsvorsitzende Dieter Gratzer.

Stadtkämmerer und Sozialdezernent Christian Geselle (SPD) weist die Kritik zurück. Die AfD und Gratzer könnten nicht rechnen. Keinesfalls handele es sich bei dem Neubau in der Nordstadt um einen Luxusbau.

Geselle und auch GWG-Geschäftsführer Peter Ley erklärten gegenüber der HNA, dass die AfD bei der Berechnung der Baukosten pro Quadratmeter nur die reine Wohnfläche herangezogen habe. Die richtige Bezugsgröße sei aber die Nutzfläche inklusive aller Gemeinschaftsräume.

Würden die Gemeinschaftsräume berücksichtigt, lägen die Quadratmeterkosten nicht bei 3750 Euro, sondern bei 2375 Euro. In diesen Kosten sei aber auch die Einrichtung inbegriffen. Üblich sei es aber, die Nettobaukosten zu vergleichen – ohne Möblierung. Diese Nettobaukosten lägen bei dem Projekt Bunsenstraße bei 1610 Euro pro Quadratmeter und seien üblich bei Neubauprojekten.

Insgesamt sieben Mio. Euro investiert die GWG in den Bau und dessen Ausstattung. Er bietet Platz für 36 Wohnungen für zwei bis acht Personen. Wird das Gebäude nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft benötigt, soll es normal vermietet werden. Anfangs war geplant, die Unterkunft im Juli zu eröffnen. Nun wird es Ende August, bis die ersten Flüchtlinge einzeihen, teilte die GWG gestern mit.

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