Wildes Plakatieren in Nordstadt

Forderung nach Umbenennung in Halit-Straße - Frau festgenommen

Kassel. Wegen wilden Plakatierens ist in der Nacht zu Mittwoch, dem zehnten Todestag von Halit Yozgat, eine 23-jährige in der Nordstadt festgenommen worden.

Nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Werner steht sie dringend in Tatverdacht, gemeinsam mit einem oder weiteren Verdächtigen mehrere Plakate an Häuser, Kästen und Wände geklebt und damit beschädigt zu haben. Die aufgebrachten Plakate und weitere 80 sichergestellte Exemplare beinhalten die Forderung nach der Umbenennung der Holländischen Straße in Halit-Straße.

Einer Funkstreife des Polizeireviers Nordseien zunächst gegen 1 Uhr an der Kreuzung Holländische Straße/Schenkebier Stanne zwei dunkel gekleidete Personen mit Plastiktüten in der Hand aufgefallen. Als die Beamten die Personen überprüfen wollten, flüchteten beide.

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Rund 20 Minuten später fielen einer weiteren Streife auf der Bunsenstraße vermutlich die selben Personen erneut auf. Sie flüchteten abermals, warfen allerdings die Plastiktüten fort. Den Beamten gelang es, eine der beiden Personen, eine 23-Jährige aus Kassel, festzunehmen. Zudem wurden 80 Plakate sowie Kleister und Pinsel sichergestellt.

Auf den Plakaten ist ein Straßenschild mit der Aufschrift Halit-Straße zu sehen und der Wortlaut: „Opfer rassistischer Morde nicht in Vergessenheit geraten lassen“ und „Wir fordern die Umbenennung der Holländischen Straße“. Die zweite dunkel gekleidete Person flüchtete über die Hegelsbergstraße in Richtung Philippinenhof.

Die Festgenommene muss sich nun in mindestens vier Fällen wegen Sachbeschädigung verantworten. Insgesamt konnten bislang an vier Stellen in der Nordstadt zum Teil bis zu vier Plakate pro Standort festgestellt werden. Im Bereich der Holländischen Straße / Schenkebier Stanne klebten Plakate an einem Trafohäuschen, in der Bunsenstraße an einer Hauswand und im Bereich der Rothfelsstraße an einem Stromverteilerkasten sowie einer Plakatwand.

Die 23-Jährige äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Die Beamten entließen sie später wieder auf freien Fuß.

Die Stadt Kassel kritisiert das wilde Plakatieren in der Nordstadt. „Diese Nacht-und-Nebel-Aktion schadet dem würdigen Andenken an Halit Yozgat. Es bleibt bei der Benennung des Platzes und der Tram-Haltstelle nach Halit Yozgat, der das neunte Opfer einer rechtsterroristischen Mordserie war“, so ein Sprecher der Stadt. Dies war in Ortsbeirat und Magistrat bereits 2012 so beschlossen worden.

Lesen Sie auch unsere Digital-Reportage zum Fall Yozgat

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Fischer

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