Auswertung der Spuren am Tatort

Getöteter Obdachloser: Polizei geht von zwei Tätern aus

Kassel. Eine heiße Spur haben die Ermittler der Soko „Schule“ noch nicht. Im Fall des Obdachlosen Peter J. sind sie aber sicher, dass mindestens zwei Täter beteiligt waren.

Die Verletzungen des Opfers und die Spuren am Tatort deuteten darauf hin, sagte Polizeisprecher Torsten Werner.

Aktualisiert um 15 Uhr

Peter J. war vor gut zweieinhalb Wochen, am Morgen des 30. November, auf dem Gelände der Elisabeth-Knipping-Schule an der Mombachstraße tot aufgefunden worden. Er starb durch „massive Gewalteinwirkung“, so die Polizei. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 53-Jährige aus Kassel zwischen 22 Uhr und 2 Uhr in der Nacht umgebracht wurde. Ihnen ist es gelungen, nahezu lückenlos aufzuklären, wo Peter J. sich an den beiden Tagen vor seinem Tod aufgehalten hat. Was er in den letzten Stunden am Sonntagabend tat, ist allerdings noch unklar.

Am Samstag war der Obdachlose noch von Zeugen vor dem Real-Markt im Wesertor gesehen worden. Am Sonntag hielt sich der 53-Jährige nach Angaben der Polizei mehrere Stunden lang im Kasseler Klinikum auf. Dort hatte er sich wegen einer leichten Verletzung behandeln lassen, die er sich bei einem Sturz zugezogen hatte. In der Cafeteria des Klinikums hatte Peter J. sich noch eine ganze Weile aufgehalten, bis er gegen 19 Uhr das Gelände an der Mönchebergstraße wieder verließ.

3000 Euro Belohnung

Für den Zeitraum danach bis zum Tod fehlen den Ermittlern noch die entscheidenden Informationen über den Kontakt des Opfers zu anderen Personen, möglicherweise auch den Tätern. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, hat die Kasseler Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro ausgesetzt. Die Polizei hofft, dass sich weitere Zeugen melden, die womöglich Hinweise auf mögliche Tatverdächtige geben können. „Jede noch so kleine Beobachtung kann ein Mosaikstein sein, der hilft, den Fall zu klären“, sagt Polizeisprecher Werner.

Fall Monika S.

Auch wenn man noch keine Verdächtigen habe, seien das bisherige Hinweisaufkommen und die am Tatort gefundenen Spuren vielversprechender als zuletzt im Fall der getöteten Monika S - die ebenfalls obdachlos war. Die 58-jährige Frau war im Mai getötet worden. Ihre Leiche war an der Fulda im Wesertor gefunden worden.

Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen den Taten haben laut Polizeisprecher Werner bislang nicht ergeben. Die einzige Gemeinsamkeit sei, dass beide Opfer aus dem Obdachlosenmilieu stammten. Es deute aber nichts darauf hin, dass es sich in beiden Fällen um denselben Täter oder dasselbe Motiv handeln könnte

Hinweise: Tel. 0561/9100.

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