Kommentar

Keiner fühlte sich für Müll zuständig: "Service für die Tonne"

Kassel. Ein Bewohner der Nordstadt wollte einen vermüllten Grünstreifen melden, doch kein Amt fühlte sich zuständig. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteurin Katja Rudolph.

"Da sind wir nicht zuständig.“ Diesen Satz kennt jeder, der sich wegen eines Anliegens an Ämter und Behörden wendet. Oft folgt ein mehrstufiges Weiterverweisen, bis man im besten Fall irgendwann bei der richtigen Stelle landet. Nervtötend.

Nicht nur ärgerlich, sondern richtig peinlich ist, wie in Kassel mit dem Hinweis eines Bürgers zu einer vermüllten Ecke in der Nordstadt umgegangen wurde. Er wurde von Pontius zu Pilatus verwiesen, ohne dass sich jemand seines Anliegens annahm. Es sollte selbstverständlich sein, dass die verschiedenen Institutionen einer Stadt miteinander kommunizieren. Anstatt die Aufgabe, die Zuständigkeit zu klären, einfach auf den Anrufer abzuwälzen.

Oft betont die Stadtverwaltung, wie wichtig ein guter Bürgerservice sei. Dazu hätte gehört, dass man sich an der Stelle, bei der ein Hinweis eingeht, darum kümmert – auch wenn diese Stelle nicht zuständig ist.

Sicher funktioniert das Müll-Meldesystem der Stadt(reiniger) in der Regel besser. Doch dass der Fall aus der Fiedlerstraße eine einmalige Panne war, mag man nicht glauben. Erst kürzlich hatte es ein ähnliches Gerangel um ein Schrottauto in Süsterfeld gegeben, für das sich keiner zuständig fühlte.

Wenn Kassel kein Schmuddelimage haben will, gehört so ein Umgang mit Müll ein für allemal in die Tonne.

Rubriklistenbild: © Schröder

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