Stadt hält an Durchfahrtsverkehr fest

Uni Kassel will autofreien Campus: Moritzstraße soll ab 2017 umgebaut werden

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Straße wird neu gestaltet: Die Moritzstraße zwischen altem und neuem Campusteil (rechts das Hörsaalzentrum) soll ab 2017 umgestaltet werden und einen Platzcharakter erhalten. Den Wunsch der Uni, sie zur Anliegerstraße zu machen, lehnt die Stadt ab.

Kassel. Mit der Erweiterung des Uni-Campus bekommt auch die Moritzstraße eine neue Bedeutung. Begrenzte sie früher den Campus am Holländischen Platz nach Norden, liegt sie jetzt wie ein Band zwischen dem alten und dem neuen Teil des Uni-Geländes.

Auf dem ehemaligen Gottschalk-Areal sind viele Neubauten entstanden, darunter der Science Park und ein Studentenwohnheim. Direkt an der Moritzstraße herrscht zudem Hochbetrieb in der Mensa und dem neuen Hörsaalzentrum. Die Hochschule wünscht sich deshalb, dass die Straße für den Verkehr gesperrt wird. Das lehnt die Stadt jedoch ab.

Im Zuge der Neugestaltung der Freiflächen um die Neubauten auf dem Campus Nord soll die Moritzstraße voraussichtlich Ende 2017 umgebaut werden. Dafür sind im Rahmen des Bauprogramms Heureka des Landes Hessen Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro angesetzt. Die Hochschule wünscht sich, dass die Straße dann nur noch als Anliegerstraße fungiert. Dann wären dort lediglich der Lieferverkehr für Mensa und Uni sowie die Durchfahrt für Anlieger an der Liebigstraße erlaubt.

Bereits jetzt komme es häufig zu gefährlichen Situationen für Fußgänger und Radfahrer an der Moritzstraße, sagte Uni-Sprecherin Beate Hentschel. Mit der Inbetriebnahme des Neubaus für den Fachbereich Architektur (ASL) und des Selbstlernzentrums werde der Strom der Menschen, die die Straße täglich überqueren, weiter steigen.

Die Hochschule wünsche sich an dieser Stelle mehr Sicherheit, sagte Hentschel. Auch der Kreuzungsbereich Moritzstraße/Ysenburgstraße/Mönchebergstraße, der auf einer Kuppe liegt und für Autofahrer schwer einsehbar ist, sei ein Gefahrenpunkt, der im Zuge des Umbaus entschärft werden sollte. „Die bauliche Situation der Moritzstraße ist im Moment unbefriedigend“, sagt auch Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Ziel des Umbaus sei nicht nur eine gestalterische Verbesserung, sondern auch eine Verkehrsberuhigung, um die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen. Die Straße habe aber eine zu wichtige Verbindungsfunktion, um sie für den Verkehr zu sperren.

Die Moritzstraße ist zwischen Kurt-Wolters-Straße und Eisenschmiede die einzige Querverbindung durch die Nordstadt. Bevor der Campus zur Großbaustelle wurde, waren täglich etwa 8000 Fahrzeuge auf der Moritzstraße unterwegs. Es gilt dort Tempo 30. Dies soll laut Nolda auch nach dem Umbau so bleiben.

Unabhängig von der Frage, ob Durchgangs- oder Anliegerstraße, ist geplant, die Moritzstraße platzartig zu gestalten. Die Straße soll - ohne hohe Bordsteine - auf Höhe angrenzender Flächen gebracht werden, damit der Eindruck eines durchgängigen Campusgeländes entsteht. Für die Entwurfsplanung wurde von der Uni das Berliner Büro K1 beauftragt.

Ein Umbau des Kreuzungsbereichs mit der Ysenburg- und Mönchebergstraße ist laut Nolda vorerst nicht geplant.

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