Technischer Defekt war Ursache für Explosion: Haushälfte nicht zu retten

Kassel. Das Haus wurde renoviert, da waren so gut wie keine Möbel drin. Das ist unser Vorteil“, sagt Kriminaloberkommissar Ralf Breßler, als er am Freitagmorgen auf die Überreste der Doppelhaushälfte an der Mariendorfer Straße in der Nordstadt schaut.

Der Ermittler des Kommissaraits 11 der Kasseler Kripo wollte die Ursache für die Explosion herausfinden, bei der das Gebäude in der Nacht zum vergangenen Samstag völlig zerstört worden ist.

Aktualisiert um 17.20 Uhr 

Das ist offenbar ihm gelungen. Am Freitagnachmittag steht fest: Aus einer 11-Kilogramm-Gasflasche, an der ein Lüfter zum Trocknen von Wänden angeschlossen war, ist offenbar unkontrolliert Gas ausgeströmt. Ob ein elektrischer Impuls (Einschalten von Licht) oder eine Flamme (zum Beispiel durch Feuerzeug) das Gasluftgemisch entzündet und die Explosion ausgelöst hat, ist indes noch nicht klar, so Polizeisprecher Torsten Werner. Allerdings könne jetzt ausgeschlossen werden, dass eine Gasleitung in dem Haus manipuliert worden ist.

Der Eigentümer des Hauses, ein 42-jähriger Mann und sein 37-jähriger Bekannter, wurden bei der Explosion schwer verletzt. Beide Männer befinden sich immer noch in Lebensgefahr, so Werner.

Mitarbeiter der Baufirma Jütte aus Fuldatal haben am Freitagmorgen die Trümmer mit einem Bagger abgetragen. Unter anderem wird ein Teppich in den Container geschaufelt. Ansonsten waren offensichtlich nur wenige andere Gegenstände in der Haushälfte.

Anders sieht es bei den Nachbarn aus, deren Haushälfte bei der Explosion ebenfalls massiv in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Man kann in einen Raum schauen, der mal als Badezimmer gedient hat. „Derzeit gehen wir davon aus, dass die andere Doppelhaushälfte nicht mehr zu retten ist“, sagt Polizeisprecher Werner. Man sehe zu, dass man die Räume noch insoweit abstützen könne, dass die Eigentümer sich ihr Hab und Gut aus dem Haus holen können, bevor es ebenfalls abgerissen werde. „Kleidung, Fotos, Bilder“, zählt Werner auf. „Alles, woran das Herz hängt.“

Es wäre schön, wenn die Nachbarn noch einige Dinge aus ihrem Haus herausholen könnten, sagt Michael Kluge, der ein in einem Haus auf einem Grundstück weiter wohnt.

Als das Nachbarhaus in der Nacht zum Samstag durch die Explosion zerstört wurde, verfolgte Kluge im Fernsehen die Nachrichten über die Terroranschläge in Paris. „Da wird man schon ein bisschen nervös.“ Mittlerweile habe er sich an den Anblick auf dem Nachbargrundstück gewöhnt. Dass die beiden Haushälften zerstört sind, daran könne man nichts mehr ändern, sagt Kluge. Jetzt sei es nur wichtig, dass die beiden Männer, der Nachbar und dessen Bekannter, wieder gesund werden.

Polizei sucht Ursache für Haus-Explosion

Rubriklistenbild: © Pflüger-Scherb

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