Opfer soll gekidnappt und misshandelt worden sein

Freiheitsberaubung: Neonazi Bernd T. muss wieder hinter Gitter

Dieses Archivbild zeigt den Kasseler Neonazi Bernd T. (rechts). Unser Foto stammt aus dem Jahr 2011 und wurde auf dem Friedrichsplatz in Kassel aufgenommen.

Kassel. Der 40-jährige Neonazi Bernd T., Präsident des Vereins „Sturm 18 Cassel“, ist am Mittwoch nach HNA-Informationen erneut von der Kasseler Polizei festgenommen worden. Grund: Freiheitsberaubung.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen ihn und ein 27-jähriges Mitglied sowie weitere Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Nötigung und Diebstahls.

Die Rechtsextremen sollen in der ersten Aprilhälfte dieses Jahres einen 46-jährigen Mann aus Kassel eine Woche lang in einer Wohnung in der Nordstadt festgehalten, getreten und geschlagen sowie ihm eine Glatze rasiert haben. Am Mittwochnachmittag erließ ein Richter des Kasseler Amtsgericht Haftbefehl gegen die beiden Männer. Dass es sich bei einem der Festgenommenen um Bernd T. handelt, dazu wollte sich die Polizei nicht äußern.

Nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Werner und Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, richten sich die Ermittlungen aber nicht nur gegen die beiden Festgenommenen, sondern auch gegen zwei 43 und 48 Jahre alte Frauen aus Kassel sowie einen 28 Jahre alten Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis.

Ihnen wird vorgeworfen, das 46-jährige Opfer in der Wohnung in wechselnder Beteiligung festgehalten und attackiert zu haben. Dem Mann sei zudem sein Mobiltelefon abgenommen worden. „Erst nach sieben Tagen gelang dem Opfer schließlich die Flucht“, so Wied und Werner.

Bernd T. war erst Ende Januar aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Obwohl er vor dem Kasseler Landgericht wegen Köperverletzung sowie gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden war, hob die Zehnte Strafkammer den Haftbefehl gegen ihn auf.

T., der seit 1990 bereits 23 Mal verurteilt worden ist, hat gegen dieses Urteil Revision eingelegt. 

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