„Inakzeptabler Zustand“

Reuter-Schule kritisiert Zustände wegen Junkies schon lange

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Spuren in der Schule: Schulleiter Karl-Friedrich Bätz zeigt Kartons mit Spritzen, die Drogenkonsumenten in den Schultoiletten gebunkert hatten.

Kassel. Seit Jahren weist die Schulleitung der Paul-Julius-von-Reuter-Schule auf die prekäre und gefährliche Situation durch die Trinker- und Drogenszene im Umfeld der Schule hin.

„Dass Schüler sogar in der Schule Mitgliedern der Szene begegnen, ist ein nicht akzeptabler Zustand“, sagt  Schulleiter Karl-Friedrich Bätz. Eltern, Schüler, Lehrer und alle in der Schule Tätigen seien alarmiert.

Die berufliche Schule wird von 1900 Schülern, darunter vielen Minderjährigen, besucht, hundert Menschen arbeiten dort. Erst kürzlich, während eines Treffens aller Klassenelternbeiräte, hatten Eltern erneut die Notwendigkeit formuliert, Aktionen zu starten, um den Zustand der Schule und die Sicherheitslage zu verbessern, sagt Bätz. Er befürchtet: „Es fehlt hierfür in Kassel der politische Wille.“ Eine Schule sei doch eine Bildungsstätte für junge Menschen und die Voraussetzung für gelingendes Lernen sei, „dass die Schüler sich sicher und wohl fühlen“.

Einmal sei die Begegnung zwischen einem pöbelnden alkoholisierten Mann in der Schule und einem Schüler so ausgegangen, dass der Schüler den Eindringling k.o. geschlagen habe. Auch die starke Lärmbelästigung durch die Trinkerszene vor der Schule sei nicht zu unterschätzen. Die Sicherheit der Schule sei vor zwei Jahren zudem durch den Diebstahl eines Tresors gestört worden. Darin befanden sich Zentralschlüssel, mit denen alle inneren Räume der Schule geöffnet werden können. „Die Schlösser wurden bis heute nicht ausgewechselt.“ Lediglich zehn Türknöpfe seien vom Amt für Gebäudewirtschaft zur Verfügung gestellt worden.

Beängstigend sei die Situation auch, weil in der Schule immer wieder von Junkies gebunkerte Fixerutensilien gefunden werden. Benutzte Spritzen seien auch dabei.

Stadtsprecher Michael Schwab sagt, dass sich die Stadt zu diesen Themen im Gespräch mit der Schulleitung befinde. Er gibt zu bedenken, dass das Sicherheitsproblem „eher während der Schulzeiten“ bestehe. „Hier würde auch eine Videoüberwachung keine Verbesserung bringen, da eine Videoüberwachung nur für Zeiten außerhalb des Schulbetriebs vorgesehen wäre.“ Die Schule verfüge über eine Vielzahl an Zugängen. Bei fast allen Zugängen handele es sich gleichzeitig um Rettungs-, beziehungsweise Fluchtwege. „Hier gab es immer wieder Abstimmungsgespräche mit der Schule, welche Zugänge durch selbstverriegelnde Panikzylinder so verschlossen werden können, dass sie nicht von außen zu öffnen sind. Einige Türen sind in dieser Weise bereits verschlossen.“ Die bauliche Grundstruktur des Gebäudes und die Anforderungen des laufenden Schulbetriebs erlaubten es aber nicht, den Zugang beispielsweise nur auf eine Haupteingangstür zu beschränken. „Der Schulbetrieb wäre über ein oder zwei Türen nicht abzuwickeln.“

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