Schlachthof wird größer: Anbau für Kulturzentrum

Die Mitarbeiter des Kulturzentrums Schlachthof freuen sich über den geplanten Anbau: Catharina Nieland (von links), Marcel Klier, Andrea Clemet, Michael Arand, Ulla Wegener, Yannick Müller, Antonio Diaz und Antonio Allejos. Foto: Lohr

Kassel. Jahrelang haben die Verantwortlichen des Kasseler Kulturzentrums Schlachthof für einen größeren Konzertsaal gekämpft. Nun kommt der Anbau - dank einer Millionenförderung vom Bund.

Für Antonio Diaz ist die Nachricht „wie ein Sechser im Lotto“. Am Mittwoch erfuhr der stellvertretende Geschäftsführer des Schlachthofs, dass das Kulturzentrum in der Nordstadt für 3,8 Millionen Euro saniert wird und einen Veranstaltungsanbau bekommt. Mehr als 3,4 Millionen Euro werden aus Bundesmitteln finanziert. Für Diaz und die 70 Mitarbeiter des Hauses, das Konzertort, Bildungseinrichtung, Jugendzentrum und Beratungsstelle ist, ist das tatsächlich ein Lottogewinn.

Der Anbau

Die Idee für einen neuen Veranstaltungssaal ist fast so alt wie das Kulturzentrum im ehemaligen Schlachthof, das 1978 als einer der bundesweit ersten Treffpunkte seiner Art eröffnet wurde. „Wir kämpfen schon seit Jahrzehnten dafür“, sagt Diaz. An der Westseite, wo derzeit noch der Biergarten ist, soll ein Anbau mit 320 Quadratmeter Nutzfläche für bis zu 300 Besucher entstehen. In den bisherigen Konzertsaal passen 180 Leute.

Außerdem wird die technische Infrastruktur des Hauses erneuert sowie Sicherheit und Brandschutz verbessert. Auch die Kneipe wird neu gestaltet. Losgehen soll es im April 2017. Wenn alles glatt geht, ist das neue Schmuckstück der Nordstadt Ende 2018 fertig.

Das Förderprogramm

Auch für die Stadt ist das Projekt ein Traumlos. Sie muss nur 380 000 Euro beisteuern. 3,42 Millionen Euro kommen aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“, mit dem Bauministerin Barbara Hendricks (SPD) 56 Projekte mit 140 Millionen Euro fördert. Der Schlachthof-Anbau wurde aus mehr als 1000 Anträgen ausgewählt. In Hessen werden nur drei andere Einrichtungen gefördert. „Wir haben gute Arbeit gemacht“, sagt Axel Jäger, Leiter des Hochbauamtes.

Der Schlachthof

„Herausragende Arbeit“ leistet laut Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) auch das Schlachthof-Team. Hier werden Menschen aus vielen Nationen beraten und etwa in Deutsch unterrichtet, bis zu 100 Jugendliche haben am Rand des Nordstadtparks Tag für Tag ihren Treffpunkt, und abends treten heimische sowie internationale Künstler auf. Laut Hilgen trägt der Schlachthof daher „maßgeblich zum Frieden und einem weltoffenen Klima in der Stadt bei“.

Die Konzertszene

Auch für Musik-Fans ist die Erweiterung eine gute Nachricht, auf die sie lange gewartet haben. Gerade nach dem Aus des Musiktheaters als Live-Club fehlt der Stadt ein mittelgroßer Club. „Das ist super“, sagt Kulturzelt-Organisator Lutz Engelhardt über den Anbau. Und Schlachthof-Geschäftsführerin Christine Knüppel freute sich in Kenia, wo sie gerade Urlaub macht. Ihrem Kollegen Diaz schickte sie aus Afrika eine WhatsApp-Nachricht, in der sie versprach, mit ihrem Team die Sektkorken knallen zu lassen, sobald sie wieder da ist.

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