GWG-Neubau für Flüchtlingswohnungen verzögert sich

Reste von Bombe gefunden: Baustopp an der Bunsenstraße

Betreten verboten: Das Baugrundstück an der Bunsenstraße ist eingezäunt. Weil in der Erde Bombenreste gefunden wurden, muss eine Schicht Erdreich, in der sich viele Metalle befinden, abgetragen und untersucht werden. Foto: Koch

Kassel. Rückschlag für das ehrgeizige Bauvorhaben der GWG an der Bunsenstraße: Schon wenige Tage nach dem Baustart wurden die Arbeiten auf dem Gelände vorerst gestoppt.

Grund ist der Fund von Resten einer detonierten Bombe im Erdreich. Die Bauarbeiten werden sich dadurch um vier bis sechs Wochen verzögern, sagte GWG-Chef Peter Ley auf Anfrage der HNA.

Wie berichtet, will die städtische Wohnungsbaugesellschaft auf dem Grundstück in der Nordstadt drei Wohnhäuser errichten, die vorerst als Gemeinschaftsunterkunft für 180 Flüchtlinge und später als normale Mietshäuser dienen sollen. Das Ziel, dass bereits im Juli die ersten Flüchtlinge einziehen können, muss die GWG nun schon frühzeitig aufgeben.

Peter Ley

Erschwert wird der Umgang mit dem Bombenfund durch den Boden des Grundstücks. Vermutlich 1939 war dort eine Schuttschicht aufgebracht worden, in der sich viele Metallteile befinden – unter anderem alte Eisenbahnschienen. Dies wiederum habe bei der elektromagnetischen Sondierung des Bodens keine eindeutigen Aussagen erlaubt, ob Kampfmittel vorhanden sind, erklärt GWG-Chef Ley. Durch die vielen Metalle im Boden schlug das Gerät ständig aus.

Daraufhin habe man damit begonnen, die etwa einen Meter dicke Schicht im Beisein des Kampfmittelräumdienstes abzutragen. Dabei wurden die Reste einer Weltkriegsbombe gefunden. Die Nordstadt mit dem dort ansässigen Henschelwerk war seinerzeit ein Rüstungszentrum und damit ein Hauptziel der alliierten Luftangriffe.

Nun werde man die bis zu 7000 Tonnen Abraummaterial der oberen Bodenschicht mit speziellen Geräten und unter ständiger Beobachtung von Mitarbeitern des Kampfmittelräumdienstes entfernen, sagte Ley. Dann soll der freigeräumte Boden ohne andere metallische Störfaktoren erneut auf Kampfmittel untersucht werden. Wenn es dann grünes Licht gibt, soll das Erdreich wieder aufgefüllt werden – eine tiefe Baugrube braucht man nicht, da die Gebäude nicht unterkellert werden.

„Es ist keine leichte, aber eine lösbare Aufgabe“, sagte der GWG-Geschäftsführer. Man rechne dafür mit Kosten im unteren sechsstelligen Bereich. Das werde sich auch auf die Gesamtkosten des Bauvorhabens niederschlagen, das mit sieben Millionen Euro veranschlagt war.

Ley ist optimistisch, dass die Neubauten statt im Juli nun im August fertig sind.

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