Trommeln fürs Miteinander

Stelldichein der Kulturen: 5000 Besucher beim Frühlingsfest am Schlachthof

Afrikanisches Flair: Napo Oubo-Gbati vom Verein Case international (links) lud die Besucher zum Mittrommeln ein. Fotos: Dilling

Kassel. Frühsommerliches Wetter, Gaumenfreuden für jeden Geschmack, internationale Live-Musik, Tanz und Gesang auf der Bühne, jede Menge Mitmachspiele für Klein und Groß.

Diese perfekte Mischung sorgte am Wochenende für Riesenandrang beim Frühlingsfest des Kulturzentrums Schlachthof. Geschätzte 5000 Besucher feierten zwei Tage das Fest der Kulturen mit.

Die Nordstadt ist der Stadtteil mit der wohl buntesten Vielfalt von Nationalitäten in Kassel. Doch das Zusammenleben so vieler Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft kann auch ein schönes, kreatives Miteinander sein. Dafür gab es auf dem Fest zahlreiche Beispiele: Die Begeisterung für das Tanzen überwindet viele Grenzen. Die Mitglieder der Tanzgruppe Northdance des Jugendzentrums Schlachthof haben griechische, spanische, russische und deutsche Wurzeln. Tanzlehrerin Dilara Sen stammt aus der Türkei. In der Gruppe reden die Jugendlichen deutsch, es wird viel gelacht. Die Herkunft ist nicht so wichtig. Für ihren hinreißenden Auftritt auf der Bühne erhielten sie stürmischen Applaus.

Ein paar Meter von der Bühne entfernt trommelt Napo Oubo-Gbati aus Togo auf der Gottschalkstraße mit seinen Mitstreitern für Völkerverständigung und freut sich, wenn Festbesucher vorbeikommen, um spontan mitzumachen. Oubo-Gbati leitet den Verein Case international, bietet Trommelworkshops und das Basteln von afrikanischem Kinderspielzeug an. Neben dem Eingang des Kulturzentrums Schlachthof brutzelt Metin Demirel vom türkischen Sportverein Türkgücü Hackfleischbällchen im Akkord. „Wir spenden unsere Einnahmen für das Jugendcafé“, berichtet er. Auch das ist ein Prinzip fürs gute Miteinander der Kulturen: Man hilft sich gegenseitig.

Frühlingsfest des Kulturzentrums Schlachthof

Zum ersten Mal verzichtete das Kulturzentrum am Samstagnachmittag auf Eintrittsgeld. Man wolle einen Besuch des Kulturfests auch für Familien in der Nordstadt erschwinglich machen, die mit jedem Cent rechnen müssen, sagte Geschäftsführerin Christine Knüppel. Am Samstagabend gab es dann Live-Musik satt mit vielen Bands und eine Blues-Session zum Dumpingpreis von fünf Euro. Die Anwohner mussten nichts bezahlen, ein Dankeschön für deren Geduld beim lauten Trubel bis spät am Abend. Alles sei friedlich und entspannt geblieben, zog Knüppel eine positive Bilanz.

Was sonst noch so los war, lesen Sie auf Kassel Live.

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