Eröffnung zum Wintersemester geplant

Uni Kassel: Rohbau des 5,4 Mio. Euro teuren Selbstlernzentrums ist fertig

Riesige Treppe erschließt den oberen Nordcampus: Hinter dem Selbstlernzentrum wird derzeit die neue Freitreppe gebaut, die am Studentenwohnheim entlangführt. Hinten rechts im Bild ist der Neubau für den Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung (ASL) zu sehen.

Kassel. Bald gibt es für Studenten an der Uni Kassel keine Ausrede mehr: Zum Wintersemester soll das neue Selbstlernzentrum an der Moritzstraße fertig sein.

Der Mangel an Gelegenheiten lässt sich dann nicht mehr vorschieben, um das Pauken für die Klausur oder das nächste Gruppenarbeitstreffen zu vertagen. In dem zweigeschossigen Gebäude, das auch eine Cafeteria erhält, sollen 400 Menschen Platz finden. Am Dienstag wurde Richtfest für den Neubau gefeiert.

Seit eineinhalb Jahren laufen die Arbeiten für das Selbstlernzentrum bereits. Ursprünglich war das vom Kasseler Büro Atelier 30 Architekten geplante pavillonartige Gebäude zunächst nur eingeschossig vorgesehen – mit der Option, nach einigen Jahren aufzustocken. Fast sollte das Dach schon aufgesetzt werden, da gab es über die dritte Auflage des Hochschulpakts einen zusätzlichen Geldsegen und die Uni entschied sich, die maximale Kapazität gleich auszuschöpfen. Die Gesamtbaukosten sind mit 5,4 Mio. Euro veranschlagt.

Raum zum Lernen wird an der Uni dringend benötigt – nicht nur weil die Zahl der Studenten in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist auf zuletzt über 24 000. Hinzu kommt, dass die Bibliothek seit vergangenem Jahr und bis 2018 umgebaut wird und dort viele Hundert Lern- und Arbeitsplätze wegfallen.

„Selbstorganisiertes Lernen und Lernen in kleinen Gruppen hat im Studium an Bedeutung gewonnen. Das Selbstlernzentrum wird alles bieten, was das Lernen erleichtert – bis hin zu einem guten, starken Kaffee“, sagte Uni-Präsident Prof. Dr. Reiner Finkeldey vor rund 80 Gästen beim Richtfest.

Im Erdgeschoss wird die vom Studentenwerk betriebene Cafeteria eingerichtet, zudem gibt es dort großzügig gestaltete, offene Lernbereiche. Im Obergeschoss gibt es vier kleinere Räume, die etwas ruhigeres Lernen ermöglichen. Wer ganz konzentriert arbeiten will, kann sich in kabinenartige Kuben zurückziehen. In kugeligen Hängesesseln hingegen kann man zwischendurch entspannen und durch die Glasfront den Blick über den Campus schweifen lassen.

Noch sieht man rundherum vor allem Baustelle. Auf dem Vorplatz zur Moritzstraße hin soll aber noch ein Baumhain mit Bänken zum Verweilen im Freien angelegt werden. Hinter dem Gebäude wird derzeit eine große Freitreppe angelegt, die entlang dem Studentenwohnheim auf den oberen Teil des Nordcampus führt. Zwischen Moritz- und Mombachstraße gibt es ein Gefälle von über sechs Metern. Ende Mai soll die imposante Treppe fertig sein. Für Gehbehinderte geht dann im Studentenwohnheim ein Fahrstuhl in Betrieb.

Auch die Moritzstraße soll nächstes Jahr umgebaut und platzartig gestaltet werden. Dem Wunsch der Uni, sie in diesem Zuge für den Durchgangsverkehr zu sperren, erteilte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) beim Richtfest nochmals eine Absage.

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