Messung mit der Laserpistole

Video vom Blitzmarathon: Kasseler selten zu schnell

Kassel. Schon auf dem Weg durch Kassels Straßen ist offensichtlich: Heute ist mehr Polizei unterwegs, als an normalen Tag. Grund dafür ist der europaweite Blitzmarathon. In Stadt und Kreis Kassel wird an 20 Orten gemessen.

Einer davon ist die Wiener Straße in der Nordstadt, direkt hinter der Bushaltestelle Struthbachweg. Insgesamt acht Beamte des Polizeireviers Nord haben sich an diesem Standort versammelt. Warum so viele? „Wir benötigen einen Kollegen, der die Laserpistole bedient, jemand muss protokollieren. Außerdem müssen wir jeden, der das Tempo überschreitet direkt rauswinken, weil die Laserpistole keine Bilder macht“, erklärt Matthias Mänz, Pressesprecher der Polizei Nordhessen.

Wer zu schnell war, dessen Identität wird festgestellt. Er wird über seine Rechte belehrt, und wenn etwas auffällig ist, wird seine Fahrtüchtigkeit überprüft. Anschließend kann der Fahrer den Verstoß zugeben und direkt vor Ort bezahlen, wenn er bis zu 20 Kilometer pro Stunde zu schnell war. Ist es mehr, zieht diese Messung auch Punkte in Flensburg als Strafe nach sich.

An der Laserpistole in der Wiener Straße ist an diesem Tag Holger Augustin im Einsatz. Für den 47-Jährigen ist es der zweite Blitzmarathon.

Nur sechs sind zu schnell

Im Sekundentakt drückt Augustin auf den Abzug der Pistole, die auf einem Stativ steht, und misst die Geschwindigkeit der entgegenkommenden Fahrzeuge. Auf einem Display an der Seite des Gerätes wird der Abstand und die Geschwindigkeit angezeigt. Es ist ein ruhiger Tag für Augustin - nur sechs Autos sind nach zweieinhalb Stunden geblitzt worden. Der schnellste war zwölf km/h über dem Tempolimit.

„Das ist normal. Im letzten Jahr war es vergleichbar“, sagt Augustin. Außerhalb des Blitzmarathons habe man dagegen etwa sechs Überschreitungen in einer halben Stunde.

Die Polizisten ärgern sich deswegen aber keinesfalls: „Es soll keine Abzocke sein. Deswegen ist es auch vorangekündigt. Die ganze Aktion soll vorbeugend wirken“, sagt Mänz. Denn überhöhte Geschwindigkeit sei einer der häufigsten Unfallgründe in der Stadt.

Diese Strafen drohen, wenn man geblitzt wurde

Innerorts sind erst 56 km/h in einer Tempo-50-Zone ein verfolgbarer Verstoß. Bis zu fünf km/h Überschreitung darf per Gesetz noch kein Bußgeld nach sich ziehen. Drei km/h Toleranz werden vorab abgezogen.

Die Strafen:

• bis zehn km/h zu schnell: 15 Euro

• bis 15 km/h: 25 Euro

• bis 20 km/h: 35 Euro

• bis 25 km/h: 80 Euro und ein Punkt

• bis 30 km/h: 100 Euro und ein Punkt

• bis 40 km/h: 160 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Die komplette Liste gibt es im Internet unter: www.bussgeldkatalog.org

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Rubriklistenbild: © Bülau

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