Stadt verfügt Sofortmaßnahmen

Risiko für Autobahn 44 und Bahntrasse: Erdwall rutscht weiter ab

Risiko für die Umgebung: Der Erdwall zwischen Nordshausen und der Autobahn 44 hat sich wieder bewegt. Jetzt soll das Gelände erneut untersucht und die Ursache beseitigt werden. Foto: Fischer

Kassel. Der Erdwall, der die Bewohner der Stadtteile Nordshausen und Brasselsberg vor dem Lärm der A44 schützen soll, ist zum Risiko geworden.

Man habe Sofortmaßnahmen eingeleitet und werde weitere Messungen machen, ließ die Stadt gestern per Pressemitteilung wissen.

Dass die Aufschüttung nicht stabil ist und sich bewegt, war zuletzt im Juli bekannt geworden. Damals hatten Spazieränger darauf hingewiesen, dass es in dem Wall Risse gibt und sich Teile davon als Erdrutsch auf ein benachbartes Feld bewegt haben. Bereits im Herbst 2013 war an dem Erdwall Boden abgerutscht.

Verantwortlich für den Wall, der seit dem Jahr 2007 aufgeschüttet wird, ist eine Arbeitsgemeinschaft. Die besteht aus den Firmen Baureka Baustoff Recycling, Eurovia Teerbau sowie H. Schnittger Erdbau und Transporte. Gemeinsam mit der Stadt hat die Arbeitsgemeinschaft mehrere Fachleute beauftragt, die Schäden zu untersuchen.

Die Erdbewegungen waren nach Einschätzung eines Gutachters in erster Linie auf eindringendes Wasser zurückzuführen. Die in einem Sicherungskonzept empfohlenen Drainagen sind nach Angaben der Stadt verlegt worden. Trotzdem könne man aktuell weitere Erdbewegungen nicht ausschließen. Deshalb wird erst einmal kein weiteres Material für den Erdwall angeliefert.

So soll verhindert werden, dass sich der Wall möglicherweise in Richtung Autobahn 44 und die Kleinbahntrasse bewegt. Auf der fahren Güterzüge für das VW Werk in Baunatal. Plötzliche Erdrutschungen in diese Richtung habe ein Prüfsachverständiger ausgeschlossen, so die Stadt. Mit einer Reihe von Messpunkten werde kontrolliert, ob sich der Wall noch bewegt.

Risiko minimieren

Geplant sind jetzt weitere Untersuchungen. Erst wenn klar ist, dass kein Risiko mehr besteht, soll grünes Licht für die Fertigstellung des Erdwalls gegeben werden. 90 Prozent des eingeplanten Materials sind bereits aufgeschüttet. Der Erdwall ist 650 Meter lang, 80 Meter breit und soll 23 Meter hoch werden. Angeliefert wurde bislang Material von Baustellen aus Kassel und Umgebung. Angesichts der Großbaustellen von der Friedrich-Ebert-Straße über den Altmarkt bis zum ehemaligen Areal des Stadtbades Mitte gab es reichlich Nachschub.

Nach starken Regenfällen im Juli waren zuletzt Teile des Walls abgerutscht. Damals hatte die Stadt einen vorläufigen Baustopp verhängt und eine weiträumige Sicherung des Geländes gegen unbefugtes Betreten verhängt.

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