NSU-Untersuchungsausschuss

Mordfall Halit Yozgat: Polizei versuchte vergeblich, mit Verfassungsschutz zu sprechen

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Kassel/Wiesbaden. Mit Fragen an einen Ermittler im Fall des getöteten Internetcafé-Besitzers Halit Yozgat aus Kassel hat der hessische NSU-Untersuchungsausschuss seine Arbeit fortgesetzt.

Ein 46-jähriger Beamter aus der damaligen Mordkommission berichtete am Freitag im Landtag in Wiesbaden unter anderem, wie die Polizei vergeblich versuchte, mit V-Leuten des Verfassungsschutzes zu sprechen. Dies seien wichtige Zeugen gewesen, da sie Kontakt zum Verfassungsschützer Andreas Temme gehabt hätten.

Temme war kurz vor oder während der Tat in dem Café gewesen und stand sogar vorübergehend unter Verdacht. Nach eigener Aussage surfte er dort privat im Internet.

In dem Untersuchungsausschuss geht es um mögliche Fehler der hessischen Sicherheitsbehörden bei den Ermittlungen zum Fall Yozgat. Der Mord im April 2006 wird dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zugeschrieben.

Der Verfassungsschutz habe klar gemacht, "dass der Quellenschutz über alles geht", berichtete der Polizist. Den Ermittlern sei lediglich angeboten worden, die V-Leute getarnt als Auszubildende gemeinsam mit Verfassungsschützern zu befragen.

Dieses informelle Vorgehen habe man abgelehnt, da die Informationen dann womöglich nicht vor Gericht hätten verwendet werden können. (dpa)

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