Er möchte Kontakt zu Frau aufnehmen, die er aus den Augen verloren hat

Obdachloser Norbert sucht seine große Liebe

Der Kasseler Norbert Zauchner.

Kassel. Menschen, die auf der Suche nach anderen Menschen sind, gibt es eine ganze Menge. Norbert Zauchner aus Kassel ist ein besonderer Fall.

Der 44-Jährige ist obdachlos, ernährt sich aus Müllcontainern der Supermärkte in Kassel und fühlt sich mit dieser Lebensweise gut, wie er selbst sagt. „Auf Hartz IV verziche ich“, sagt er. Mehr als die eigenen vier Wände und viel Geld vermisse er eine Frau, die er vor gut zehn Jahren aus den Augen verloren hat. 

Zauchner, der das „Du“ dem „Sie“ vorzieht, hat nicht immer auf der Straße gelebt. 2002 hatte er eine Wohnung im Vorderen Westen. Er arbeitete damals als Kellner im gerade neu eröffneten Café Nenninger am Friedrichsplatz. In diesen Jahren lernte er auch die Köchin Hülya kennen. Die Frau mit türkischen Wurzeln, deren vollen Namen wir aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht nennen, war ebenfalls dort beschäftigt.

„Wir waren ein paar Jahre ein Paar“, sagt Zauchner. Die große Liebe seines Lebens, wie der 44-Jährige rückblickend sagt. „Es war das erste Mal, dass ich wahre Liebe empfunden habe.“ Anfang 2004 war dann Schluss. Ein Grund dafür sei gewesen, dass einige Verwandte von Hülya es nicht gern gesehen hätten, dass sie sich mit einem Deutschen eingelassen hat.

Noch ein paar Monate arbeiteten beide im Café zusammen, bevor Zauchner ein neues Kapitel in seinem Leben aufschlug: Er ging nach Thailand, um sich als Thai-Masseur ausbilden zu lassen. Zurück in Kassel eröffnete er ein Thai-Massage-Studio an der Friedrich-Ebert-Straße. Später zog er mit dem Studio an die Schönfelder Straße um.

Aus dem Geschäft habe er sich weitestgehend zurückgezogen, sagt der gläubige Kasseler. Als Wohnsitzloser sei er zum begeisterten Couch-Surfer geworden. Das heißt, er nächtigt auf fremden Sofas und duscht bei Freunden. „Als Gegenleistung helfe ich im Garten oder erledige andere Arbeiten im Haushalt.“

Hülya hat er nur noch einmal imJahr 2005 in der Kurfürstengalerie getroffen. Rein zufällig. Damals sah er sie mit einem anderen Mann und suchte deshalb auch nicht das Gespräch. „Sollte sie heute mit einem Mann zusammenleben, werde ich mich zurückhalten. Das akzeptiere ich, ich will nichts zerstören“, sagt Zauchner. Über einen freundschaftlichen Kontakt würde er sich dennoch freuen.

Seit Pfingsten, als ihm in der Kirche klar geworden sei, dass er Hülya wiedersehen muss, ist er auf der Suche. Nachdem seine eigenen Versuche, die in Istanbul geborene Frau ausfindig zu machen, gescheitert sind, wandte er sich nun an die HNA.

Wer Norbert Zauchner bei seiner Suche helfen kann, erhält dessen Kontaktdaten auf Anfrage über kontakt@hna.de

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