Als die Brückenhof-Siedlung in Oberzwehren entstand

Hochhäuser gegen die Wohnungsnot: Am Brückenhof in Oberzwehren entstanden Ende der 1960er Jahre 1700 neue Wohnungen. Insbesondere junge Familien mit Kindern freuten sich über das Angebot. Archivfotos:  Baron

In unserer Reihe über die großen Neubauprojekte der 1960er Jahre in Kassel geht es diesmal um die Brückenhofsiedlung in Oberzwehren. Hier entstanden vor 50 Jahren Hochhäuser, die immer noch die Silhouette der Stadt prägen.

In den 1960er Jahren war die Brückenhofsiedlung in Oberzwehren eines der größten Bauprojekte Kassels. Die Wohnungsnot nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg sollte so schnell wie möglich beendet werden. Deshalb wuchsen überall im Stadtgebiet neue Quartiere. Neben der Wohnstadt Waldau und dem Auefeld gehörte auch die Brückenhofsiedlung zu den typischen Entwicklungen dieser Zeit.

Hier in Oberzwehren gab es allerdings eine Besonderheit: So hoch hinaus war bislang in Kassel nicht gebaut worden. Das mit 44 Metern größte Gebäude sollte auf 16 Stockwerken Platz für 60 Wohnungen haben. Die Hochhäuser galten als modern, die Fertigbauweise ebenso.

Neues Quartier mit viel Grün drumherum: So sah die Brückenhofsiedlung in den 1970er Jahren aus der Luft aus.

Eigentlich sollten die ersten Mieter im November 1966 einziehen. 230 von 1700 geplanten Wohnungen waren zu diesem Zeitpunkt fertig und die Nachfrage groß. Ähnlich wie in Waldau freuten sich insbesondere junge Familien auf eine gut ausgestattete Wohnung mit Zentralheizung und fließend warmen Wasser. Das war damals längst noch keine Selbstverständlichkeit. Die bezugsfertigen Wohnungen blieben allerdings erst einmal kalt.

Das neue Blockheizkraftwerk, das die Hochhäuser mit Wärme versorgen sollte, lief noch nicht. Nach einige Querelen bekamen die Städtischen Werke den Auftrag für den Betrieb. Der früheste Einzugstermin verschob sich auf Juni 1967. Für einige Mieter bedeutete das erheblichen Ärger, denn sie hatten ihre alte Wohnung schon gekündigt.

Ab dem Sommer 1967 wurde der Brückenhof zu einem eigenen Quartier zwischen den Stadtteilen Oberzwehren und Nordshausen. Schon damals gab es Pläne für eine Grundschule und ein Hallenbad am Rande der Siedlung. In der Diskussion war auch eine Erweiterung der Siedlung bis in die Dönche hinein. Da heutige Naturschutzgebiet blieb aber zum Glück erhalten.

Wer hat Fotos?

50 Jahre später sucht die HNA Zeitzeugen, die Fotos oder auch Filme aus der Anfangszeit am Brückenhof haben und über das Lebensgefühl in dieser Zeit berichten können. Wie bei den bereits erschienen Beiträgen über die Aufbaujahre suchen wir Material für eine Reportage. Mit Interviews, Videos und Grafiken bieten wir ein ganzes Paket als Multimediaprojekt.

Haben Sie noch Bilder aus der Zeit oder möchten Sie Ihre Erinnerungen mit uns teilen, dann melden Sie sich per E-Mail und kassel@hna.de oder schreiben sie uns an Lokalredaktion Kassel, Frankfurter Str. 168, 34121 Kassel, Stichwort Brückenhof.

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