Veranstaltung wird Terror-Opfern gewidmet

Open-Air-Konzert in der Karlsaue: Überblick über Programm und Shuttlebusse

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Traumhafte Atmosphäre beim Opern-Air-Konzert 2010. Annähernd 30 000 Menschen genossen in der Abenddämmerung die Klänge des Staatsorchesters unter der Leitung von Generalmusikdirektor Patrik Ringborg.

Nach zwei Jahren Unterbrechung laden das Staatstheater, die Städtischen Werke und die HNA heute wieder zum großen Open-Air-Konzert in die Karlsaue ein. Was Besucher wissen müssen.

Aktuelles zum Open Air auf www.kassel-live.de

Das Programm des Sommernachts-Open-Air-Konzerts umfasst Orchesterstücke und Opernszenen. Moderiert wird das Konzert von Orchesterdirektorin Insa Pijanka und Dirigent Patrik Ringborg. Gesangssolisten sind Elizabeth Bailey, Celine Byrne, Lin Lin Fan, Ulrike Schneider und Hansung Yoo. Es spielt das Staatsorchester Kassel.

Das Programm im Überblick: 

• Carl Nielsen: Ouvertüre aus „Maskerade“

• Jean Sibelius: Marsch aus der Karelia-Suite op. 11

• Francesco Cilea: „Acerba volutta“ aus der Oper „Adriana Lecouvreur“ (Ulrike Schneider)

• Aram Chatschaturjan: Adagio aus der Spartakus-Suite Nr. 2

• Léo Delibes: „Les filles de Cadix“ (Lin Lin Fan)

• Hugo Alfvén: Midsommarvaka op. 19

• Felix Mendelssohn Bartholdy: Hochzeitsmarsch aus „Ein Sommernachtstraum“ op. 61

• Franz Schubert: Intermezzo aus „Rosamunde“

• Giacomo Puccini: „Un bel di vedremo“ aus „Madama Butterfly“ (Celine Byrne)

• Eric Coates: Marsch aus dem Film „The Dam Busters“

• Gabriel Fauré: Pavane op. 50

• Gaetano Donizetti: „O luce di quest’ anima“ aus „Linda Di Chamounix“ (Elizabeth Bailey)

• Johann Strauss (Sohn): Tritsch-Tratsch-Polka op. 214

• John Williams „Main Theme“ aus „Star Wars“,

dazu: Großes Feuerwerk.

Kostenlos zum Konzert

Das große Sommernachts-Open-Air von Staatstheater, HNA und Städtischen Werken findet heute ab 20 Uhr auf der Karlswiese vor der Orangerie statt. Der Eintritt ist frei.

Shuttlebusse 

Für die Konzertbesucher stehen kostenfreie Shuttlebusse zur Verfügung. Die Sonderbusse fahren zwischen 18 und 20.20 Uhr im Zehn-Minuten-Takt zwischen dem Auestadion und der Orangerie. Dabei bedienen sie alle Haltestellen auf der Strecke. Nach dem Konzert ab etwa 22 Uhr fahren wieder Shuttlebusse zwischen der Orangerie und über die Haltestelle „Messehallen“ zum Auestadion.

Weil die großen Schubgelenkbusse nicht die Haltestellen „Messehallen“ bedienen können, halten hier sowohl bei der An- als auch bei der Abreise der Besucher nur die kürzeren Solobusse. Alternativ können Fahrgäste an der Haltestelle „Damaschkebrücke“ in einen Schubgelenkbus umsteigen.

Catering und Toiletten

Bereits einige Stunden vor dem Konzert wird es Speisen und Getränke geben. Für die Benutzung der Toiletten wird eine Gebühr von 50 Cent erhoben.

Straße gesperrt 

Die Straße an der Karlsaue wird heute ab 16 Uhr zwischen Du-Ry-Straße und Orangerie für den Verkehr gesperrt. Ausnahmen gelten für Besucher mit Gehbehinderung, die bis zum Rondell an der Orangerie vorfahren können, um dort nahe der Karlswiese aus- und einzusteigen.

Spenden erbeten 

Erstmals sind in diesem Jahr Bürger aufgerufen, sich an der beliebten Aufführung mit einer Spende zu beteiligen. Spenden ab zwei Euro können am Infotisch des Staatstheaters rechts neben der Bühne abgegeben werden. Dafür erhalten Spender einen hübschen Anstecker.

Den Terror-Opfern gewidmet

Es spielt das Staatsorchester unter der Leitung von Patrik Ringborg, der 2008 die Open-Air-Konzerte ins Leben rief. Wir sprachen mit dem Kasseler Generalmusikdirektor.

Herr Ringborg, wir stehen unter dem Eindruck des schrecklichen Anschlags von Nizza. In welcher Weise ist das Open-Air-Konzert davon betroffen? 

Dirigent und Moderator: Patrik Ringborg.

Patrik Ringborg: Das ist ein schlimmes Ereignis, das uns alle berührt. Wir haben lange darüber gesprochen, ob wir das Programm ändern sollen. Wir haben uns aber dagegen entschieden. Es wäre, denke ich,falsch, wenn wir unser Leben von solchen Attacken bestimmen lassen würden. Wir wollen aber auch nicht die Augen vor der Gewalt verschließen und werden das gesamte Konzert den Opfern des Terrors nicht nur in Nizza, sondern auch in Paris, Istanbul und Bagdad widmen. Wir hoffen, dass unser Publikum das ebenso sieht wie wir.

Wie sind Sie vorgegangen, als Sie das Programm für das Sommernachts-Open-Air konzipiert haben? 

Ringborg: Wir haben schon einige Open Airs gespielt, und ich stellte mir die Situation vor: Was ist ein schöner Beginn, was könnte die Menschen nach der Pause, wenn sie noch Bratwurst essen, wieder fesseln, welches etwas ruhigere Stück könnte passen, wenn es dunkel wird oder bevor das Feuerwerk losgeht. Das Tolle ist: Es gibt noch so viele Hits, die wir bisher nicht gespielt haben.

Wobei Sie neben bekannten auch weniger bekannte Stücke spielen ... 

Ringborg: Ein Hit ist nicht unbedingt nur, was bekannt ist. Es wird mehr als eine Gelegenheit geben, mit dem Feuerzeug zu leuchten. Vielleicht sollten auch die Nichtraucher eines mitbringen.

Sie haben auch eine ganze Reihe von Opernarien im Programm. Was macht Opernmusik im Freien so reizvoll?

Ringborg: Eine menschliche Stimme erreicht die Menschen ganz direkt, auch wenn sie etwas weiter von der Bühne weg sind und nicht alles sehen. Außerdem haben wir so tolle Sänger am Haus, die wollen wir auch einem großen Publikum präsentieren.

Was bekommen Sie eigentlich auf der Bühne mit vom Publikum? 

Ringborg: Eine Menge. Aber es ist anders, vor 30.000 Menschen zu spielen als vor 300. Bei der Moderation kann man nicht auf eine Reaktion warten, sondern muss darauf vertrauen, dass das, was man sagt, gut ankommt.

Haben Sie ein ganz persönliches Lieblingsstück im Programm? 

Ringborg: Ja, das ist die erste schwedische Rhapsodie von Hugo Alfvén, die „Midsommarvaka“ op. 19. Da steckt alles drin: Naturverliebtheit, Feiern, Tanz, Alkohol - und der Sonnenaufgang.

Letzte Frage: Sie hatten einen Unfall - wie geht es Ihrer gebrochenen Hand inzwischen? 

Ringborg: Danke, es wird besser. Ich habe wieder Freude am Dirigieren.

Patrik Ringborg (50) stammt aus Stockholm, wo er an der Königlichen Hochschule für Musik seine Ausbildung erhielt. Stationen seiner Karriere waren das Aalto- Theater Essen und das Theater Freiburg, wo er Chefdirigent war. Seit 2007 ist er Generalmusikdirektor am Kasseler Staatstheater. Ringborg ist Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie. Der Vater zweier Kinder lebt mit seiner Partnerin in Kassel. 

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