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Opfer mit Messer attackiert - nun zwei Männer vor Gericht

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Kassel. Nach einem Besuch des Kasseler Pubs „Evergreen“ schwebte ein 43-jähriger Mann im Januar in Lebensgefahr. Er hatte nicht etwa dem Alkohol im Übermaß zugesprochen, er war mit einem Messer und einem Barhocker schwer verletzt worden. Seit Montag sitzen die beiden Tatverdächtigen - ein 20-Jähriger und 45-Jähriger - auf der Anklagebank des Landgerichts.

Der 45-Jährige zog es am ersten Verhandlungstag vor zu schweigen, der Mann neben ihm beteuerte, „ich war nie in der Gaststätte, ich kenne sie gar nicht“. Er habe den Mitangeklagten an jenem Tag zufällig getroffen, gemeinsam seien sie mit dem Auto durch die Gegend gefahren und dann verhaftet worden. Freilich sind zwei Briefe beschlagnahmt worden, die der 20-Jährige aus der Untersuchungshaft schrieb, in einem heißt es, er habe „Ärger mit einem Türken“ gehabt und sich mit ihm geschlagen.

Das Opfer des Angriffes war dann auch ein Türke, der 43-Jährige sagte am Montag als Zeuge vor der 10. Strafkammer aus. Demnach hatte die Attacke auf ihn eine Vorgeschichte. Mit dem Besitzer des Pubs hatte er vereinbart, dass er die frühere Tanzbar im Keller der Gaststätte wieder reaktiviert. Bis dahin wurden diese Räume für andere Zwecke genutzt, und zwar von dem 45-jährigen Angeklagten, der dort Dart-Turniere veranstaltete. Als der davon erfuhr, dass ihm die Räume gekündigt werden sollen, soll er ausfällig geworden sein, allerdings räumte er das Feld und holte seine Einrichtungsgegenstände ab. Damit schien die Sache erledigt.

Im Januar, als der 43-Jährige mit dem Pub-Besitzer und einem weiteren Gast in der Kneipe saß, „sprang plötzlich die Tür auf“ erinnerte sich der Zeuge. Die beiden Männer auf der Anklagebank seien hereingestürzt, der ältere der beiden sei mit einem Messer auf ihn losgegangen. Bei der Abwehr mit der Hand sei er verletzt worden.

Laut Anklage soll der 20-Jährige das Opfer mit einem Hocker niedergeschlagen haben. Die Kopfverletzungen waren laut eines Gutachtens lebensgefährlich. Der Türke verbrachte zwei Wochen im Krankenhaus und fünf Wochen in der Reha, inzwischen hat er die Anerkennung als Schwerbehinderter beantragt.

Am Mittwoch soll der Prozess fortgesetzt werden, dann ist mit einem Urteil zu rechnen. (pas)

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