Autofahrer müssen an vielen Einmündungen auf Hauptverkehrsstraßen aufpassen

Parkende versperren Sicht: Unterwegs in Kassels Straßenverkehr

Aufpassen: Wer von der Karthäuserstraße auf die Kölnische Straße einbiegen will, hat wegen der Autos auf dem Parkstreifen häufig keine freie Sicht auf den von links kommenden Verkehr. Foto: Ludwig

Kassel. An vielen Einmündungen auf Hauptverkehrsstraßen in Kassel müssen Autofahrer aufmerksam sein. Das Problem: Die Parkstreifen reichen bis kurz vor den Einmündungsbereich. 

Die Sicht auf den fließenden Verkehr ist durch parkende Fahrzeuge bisweilen stark eingeschränkt ist. Wir haben einige Beispiele aus der Stadt zusammengetragen.

Beispiel:Wer mit seinem Auto von der Karthäuserstraße auf die Kölnische Straße einbiegen will, muss vorsichtig sein. Das Blickfeld auf den von links kommenden Verkehr ist stark eingeschränkt. Der Parkstreifen an der Kölnischen Straße reicht bis kurz vor die Einmündung an der Karthäuserstraße.

Beispiel: Kunden des Aschoff-Edeka-Marktes an der Frankfurter Straße müssen beim Verlassen des dortigen Parkplatzes Acht geben. Der von links kommende Verkehr ist nicht nur durch parkende Autos, sondern auch durch einen Busch verdeckt.

Beispiel: Auch an der Einmündung von der Akademiestraße in der Südstadt auf die Frankfurter Straße ist Vorsicht geboten. Der Parkstreifen an der Frankfurter Straße reicht in diesem Bereich bis kurz vor die Einmündung. Hinzu kommt, dass sich auf der Frankfurter Straße viele Autofahrer nicht an Tempo 50 halten.

Beispiel: Ähnliches gilt für Autofahrer, die von der Weigelstraße auf die Wilhelmshöher Allee abbiegen wollen. Vor allem wenn Lkw auf den Parkbuchten an der Wilhelmshöher Allee stehen, müssen abbiegende Autofahrer achtsam sein.

Parkende behindern Sicht: So weit können Autofahrer schauen, die die Akademiestraße auf die Frankfurter Straße verlassen.

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) macht für all diese Fälle keine klaren Vorgaben: Zwar müssen Autofahrer, die ihren Wagen direkt auf der Straße parken (wo erlaubt), zu Einmündungen und Kreuzungen fünf Meter Abstand halten. Dies gelte aber nicht für angelegte Parkstreifen oder Parkbuchten, so ein Polizeisprecher. Dennoch dürfe es infolge der Parkstreifen nicht zu Sichtbehinderungen kommen.

In unseren Beispielen wird die Fünf-Meter-Grenze unterschritten, was aber eben laut StVO erst mal kein Problem ist, weil die abgestellten Fahrzeuge neben der Fahrbahn stehen. Dennoch nehmen einbiegende Fahrzeuge herannahende auf den Hauptstraßen erst in wenigen Metern Entfernung wahr.

Dies kann zu gefährlichen Situationen führen, denn bei Tempo 50 legt ein Fahrzeug 13 Meter pro Sekunde zurück. Das heißt, der Einbiegende hat weniger als eine halbe Sekunde Zeit, um sich in den fließenden Verkehr einzuordnen. Selbst ein Radfahrer legt im Schnitt sieben Meter pro Sekunde zurück.

Auf HNA-Anfrage teilt die Kasseler Polizei mit, dass es sich in Kassel um kein besonderes Problem handele. Autofahrer seien in der Stadt eben besonders gefordert, aufmerksam zu sein.

Rat der Polizei

„Solche Situationen gibt es in Großstädten natürlich häufiger als im ländlichen Bereich. Autofahrer sollten sich in solchen Fällen langsam in den Kreuzungsbereich hineintasten“, empfiehlt Polizeisprecher Torsten Werner. Es sei keine Lösung, überall im Stadtgebiet Verkehrsspiegel aufzustellen – dies sei im Stadtbild kein schöner Anblick und zudem verleite es Autofahrer, sich nur auf den Verkehrsspiegel zu verlassen.

Die Stadt Kassel will sich gegenüber der HNA zur Thematik äußern.

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