Tickets im Durchschnitt 60 Prozent teurer

Parkgebühren bringen Kassel 2,5 Millionen Euro mehr ein

Kassel. Seit der Gebührenerhöhung 2014 haben sich in der Stadt Kassel die Parkvorgänge auf den oberirdischen Stellplätzen verringert.

Die Auslastung der Parkhäuser hat sich hingegen verbessert. Viele Langzeitparker seien in die Parkhäuser verdrängt worden, berichtete Dr. Georg Förster am Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss. „Der Parkdruck ist etwas zurückgegangen“, meinte der Leiter des Straßenverkehrs- und Tiefbauamts.

Nach der Gebührenerhöhung freut sich die Stadt über Mehreinnahmen von 2,5 Millionen Euro im Jahr. Vorschläge für eine Gebührensenkung will sie der Politik überlassen.

Um alle Parkzonen zu sehen, bitte das Bild vergrößern.

1,2 Millionen Euro Mehreinnahme wollte die Stadt Kassel mit Erhöhung der Parkgebühren erzielen. Tatsächlich sprudelt durch die Anhebung seit Oktober 2014 aber deutlich mehr Geld in die Stadtkasse: Für 2013 wurden aus den Parkgebühren Einnahmen von rund 4,6 Millionen Euro verbucht. 2015 waren es knapp 7,1 Millionen, also rund 2,5 Millionen Euro mehr als vor der Erhöhung.

Durch die Erhöhung der Parkgebühren ist seit Oktober 2014 auf den mehr als 11 000 Parkplätzen im Zentrum das Abstellen von Autos um rund 60 Prozent teurer geworden. Für 60 Parkplätze an der Markthalle bedeutete die Erhöhung einen Anstieg um 400 Prozent.

Im laufenden Jahr hat die Stadt mit 4,5 Millionen Euro (Stand 31. August) schon fast so viel Geld über die Parkgebühren eingenommen wie 2013 insgesamt. Über die Auswirkungen der Gebührenerhöhung berichteten am Donnerstagabend Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) und Dr. Georg Förster, Leiter des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes, im Ausschuss. Mit ihrem Prüfauftrag hatten die Stadtverordneten auch darum gebeten, dass Magistrat beziehungsweise Verwaltung die Möglichkeiten einer „moderaten“ Gebührensenkung aufzeigen. Vorschläge dazu machten Nolda und Förster aber nicht. Die Diskussion sei nicht Sache der Stadt, sondern der Politik, betonte Förster.

Allerdings mahnten Dezernent und Amtsleiter Zurückhaltung an. Jede Änderung der Gebührenordnung verursache allein durch die technische Umstellung Kosten von bis zu 300.000 Euro. Bei einer Verkürzung der bewirtschafteten Parkzeit von derzeit 20 Uhr auf 18 Uhr sei mit einer jährlichen Mindereinnahme von einer Million Euro zu rechnen. Eine Absenkung der Parkgebühr (derzeit zwei Euro pro Stunde) um nur zehn Cent würde für die Stadt etwa 350.000 Euro weniger als jährliche Einnahme bedeuten.

Über die Zahlen wollen die Fraktionen nun erst einmal beraten. Wolfram Kieselbach (CDU) meinte, die Stadt erziele durch die Gebührenerhöhung eine dreifach höhere Einnahme als eigentlich beabsichtigt gewesen sei. Daher könne die Gebühr problemlos um 50 Cent pro Stunde verringert werden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.