Studentenvertretung diesmal mit vier Koalitionspartnern

Patchwork-Asta startet durch: Abstimmung zu Semesterticket geplant

Die neue Doppelspitze: Mark Bienkowski (links) von der Linken Liste und Asta-Vorsitzender Chris Bauer von der Juso-Hochschulgruppe. Foto: Rudolph

Kassel. Langsam loslegen geht nicht. Der neue Asta muss gleich Vollgas geben. Derzeit rotieren die neuen Asta-Mitglieder.

Weil die Hochschulwahl in diesem Jahr erstmals im Sommer- statt im Wintersemester stattfand, startet die Amtsperiode der Studierendenvertretung jetzt immer im August.  Und damit kurz vor dem Semesterstart im Oktober.

Die neuen Asta-Mitglieder geben alles, um Ersti-Tüten zu befüllen, Info-Veranstaltungen zu organisieren und den studentischen Kalender „Dschungelbuch“ rechtzeitig in den Druck zu bringen.

„Wir haben ganz gut zu tun“, drückt es Asta-Vorsitzender Chris Bauer aus. Der 26-Jährige von der Juso-Hochschulgruppe ist der Einzige im Team, der schon im vergangenen Asta mitgearbeitet hat. Alle anderen sind neu. Das liegt auch daran, dass die Jusos, die zuletzt mit den Grünen den Asta stellten, sich neue, kleinere Partner gesucht haben. Zum Bündnis gehören Linke Liste (LiLi), Unabhängige Liste Witzenhausen und „die Liste“.

Man sehe in der neuen, bunten Konstellation die Chance, „frischen Wind“ in den Asta zu bringen, sagt Bauer, der Politikwissenschaften im Master studiert. Er sehe es außerdem als Vorteil, mit den Grünen eine starke Opposition im Studierendenparlament zu haben. Das könne die parlamentarische Arbeit beleben.

Ein Thema, das der neue Asta voranbringen will, ist eine mögliche Ausweitung des Semestertickets. Schon länger gibt es Überlegungen, die Reichweite, die bisher das NVV-Gebiet und weitere ausgewählte Strecken umfasst, auf ganz Hessen auszudehnen. Das würde nach dem letzten Angebot des Rhein-Main-Verkehrsverbunds allerdings Mehrkosten von 70 Euro bedeuten. Ob die Studierenden das wollen, soll in einer Urabstimmung erfragt werden. „Dabei geht es uns um die soziale Vertretbarkeit“, sagt stellvertretender Vorsitzende Mark Bienkowski (27) von der Linken Liste. „Wir wollen nicht, dass Studenten mit wenig Geld Probleme bekommen. Das wäre ein zu hoher Preis für den Bonus im Ticket.“

Das Kulturticket, mit dem es freien Eintritt in viele Museen und Kultureinrichtungen gibt, möchte der Asta in jedem Fall erweitern. So wolle man die Grimmwelt in Kassel sowie Einrichtungen im Bereich des Uni-Standorts Witzenhausen als weitere Partner gewinnen, kündigt Chris Bauer an. Auch das Beratungsangebot für Studenten soll weiter ausgebaut werden. Neben einer voriges Jahr eingeführten Steuerberatung wolle man auch eine Sprechstunde für Mietrechtsprobleme aufbauen.

Von der geringen Wahlbeteiligung – sie lag bei 13,4 Prozent – lassen sich die studentischen Vertreter nicht entmutigen. „Um so mehr gilt es, den Studenten zu zeigen, was wir alles bewegen können“, sagt Asta-Chef Bauer. Die dünne Legitimation mache die Arbeit zwar nicht einfacher. Er wolle aber mit guten Argumenten und einem selbstbewussten Auftreten dafür sorgen, dass studentische Anliegen dennoch ernst genommen werden.

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