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Petersburger Dialog: Jetzt macht Kassel auch Staat

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Deutsch-russischer Handschlag in Kassel: Die beiden Vorsitzenden des Petersburger Dialoges, Wiktor Subkow (links) und Lothar de Maizière. Fotos:  Koch
Deutsch-russischer Handschlag in Kassel: Die beiden Vorsitzenden des Petersburger Dialoges, Wiktor Subkow (links) und Lothar de Maizière. Fotos:  Koch

Kassel. Die Medienwelt zwischen Rheinland und Ural blickt auf Kassel, weil unterm Herkules zurzeit das angeknackste deutsch-russische Verhältnis therapiert wird.

Bei der Eröffnung des 13. Petersburger Dialoges im Kongress-Palais blieb am Mittwoch zwar die erste Riege aus Staats- und Landespolitik aus, dennoch können sich die Kasseler als Gastgeber hochrangiger Konsultationen zwischen beiden Ländern fühlen:

Draußen Polizei und politischer Protest, drinnen ein Gewusel von Kamerateams und Interviewmikrofonen, während wichtige Strippenzieher aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien mit ihrem Thema „Soziale und politische Rechte als Bedingung für eine freie Gesellschaft“ ganz nah am Puls der deutsch-russischen Debatte waren.

Internationale Gespräche in Kassel

Die Konferenzchefs Lothar de Maizière und Wiktor Subkow äußerten sich zufrieden, dass die künftige Bundesregierung laut Koalitionsvertrag auf einen Ausbau dieser deutsch-russischen Treffen setzt. Und Kassel, so hieß es aus Kreisen der Stadtpolitik wie der Landesregierung, könne sich Hoffnung machen, auch beim nächsten Treffen wieder die deutsche Ausrichterstadt zu sein – dann auch mit den üblichen politischen Spitzengesprächen, wenn erst wieder eine Bundesregierung in Amt und Würden ist.

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Eine eines solchen Rahmens würdige Rede hielt gestern schon Matthias Platzeck, Brandenburgs früherer Ministerpräsident. „Der will sich wohl als Außenminister empfehlen“, hieß es anerkennend aus der Zuhörerschaft. Platzeck warb um Geduld mit den russischen Partnern in Fragen der Gleichstellung und zivilgesellschaftlicher Standards, welche hier zu Lande auch noch nicht allzu lange verbrieft seien. „Kritisieren wir irgendwelche Ölscheichs ähnlich hart?“, fragte er unter dem Beifall der 450 Festakt-Gäste.

Demo vor der Stadthalle

Fast ein Heimspiel hatte die deutsche Preisträgerin des Peter-Boenisch-Gedächtnispreises, der bei der Veranstaltung verliehen wurde: Die Journalistin Inna Hartwich, geehrt für ihre Sozialreportagen aus Russland und derzeit als Korrespondentin in Peking tätig, stammt aus Haina-Löhlbach im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Von Axel Schwarz

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