EU-Standards

Polizei Kassel: Neue Spurensicherung, Probleme für Kriminelle

Kassel. Kriminellen soll das Leben auch in Kassel mit neuen EU-Standards bei der Spurensicherung schwerer gemacht werden. Diese Standards müssen ab Montag, 30. November, in allen hessischen Polizeipräsidien erfüllt werden.

Beim Erkennungsdienst im Polizeipräsidium Nordhessen sind die Mitarbeiter bereits für die EU-Anforderungen qualifiziert worden.

„Die Standards werden bereits von meiner Behörde erfüllt“, sagt Polizeipräsident Konrad Stelzenbach. Dazu gehört auch, das Labor mit Technik aufzurüsten. „Diese Vorgaben geben meinen Kollegen auch mehr Rechtssicherheit, wenn sie vor Gericht aussagen müssen“, sagt Kriminalhauptkommissar Dirk Kleinhans, Chef des Erkennungsdienstes Kassel. Es kommt nämlich immer wieder vor, dass Verteidiger in Prozessen die Ermittlungsergebnisse der Polizei anzweifeln, seien es nun Personenbeweise (Zeugen, Alibis) oder Sachbeweise.

Zu Letzteren gehören auch Spuren einer Straftat (Fingerabdrücke, Fotografien, Videografien, DNA). Um die Gerichtsverwertbarkeit dieser Spuren zu erhöhen, wurde 2009 der EU-Rahmenbeschluss zur „Akkreditierung von Anbietern kriminaltechnischer Dienste“ beschlossen. Mit dem Rahmenbeschluss werde die Zuverlässigkeit der kriminaltechnischen Untersuchungsergebnisse in den Bereichen DNA und Daktyloskopie (Untersuchung der Fingerabdrücke) international gewährleistet. Mit Blick auf die globalen Bezüge bei Verfahren und die Zunahme von internationalen Rechtsmittelersuchen seien die Standards auch aus Sicht der Staatsanwaltschaft zu befürworten, so Sprecherin Kerstin Nedwed.

Darüber hinaus gibt’s beim Erkennungsdienst in Kassel seit drei Jahren ein Spurenmanagement. Zwei Mitarbeiter bewerten jede Spur, die in Nordhessen gesichert wurde, unter anderem auf Tatrelevanz. Durch gezielte Selektion sollen zum Beispiel die Wartezeiten für DNA-Untersuchungen verkürzt werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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