Millionär kommt aus Halle

Software-Betrüger soll in Kassel geschnappt worden sein

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In Kassel soll der Betrüger geschnappt worden sein: Maik M. soll sich zum Zeitpunkt der Festnahme in Kassel aufgehalten haben. Foto: dpa

Kassel/ Halle. Nach Angaben eines Berichts der Bild-Zeitung soll der aus Halle (Saale) stammende Computer-Software-Millionär Maik M. von Zielfahndern in Kassel festgenommen worden sein.

Gegen den 37-Jährigen, der zuletzt in Köln wohnte, ermittelt die Staatsanwaltschaft in Halle wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Verstößen gegen das Marken- und Urheberrecht. Die Festnahme wollten die Kasseler Polizei und die Staatsanwaltschaft in Halle auf HNA-Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Nach Angaben der Haller Oberstaatsanwältin Heike Geyer soll seine Firma PC Fritz als Originale gekennzeichnete Raubkopien des Microsoft-Betriebssystems Windows 7 für 19,90 Euro über das Internet vertrieben haben. Das Programm kostet normalerweise 130 Euro. Wegen der illegalen Software liefen seit vergangenem Jahr Ermittlungen gegen den Softwarehändler. Ausgelöst worden waren die Ermittlungen durch eine Anzeige von Microsoft.

Drei Festnahmen im April 

Anfang April habe es bereits drei Festnahmen im Zusammenhang dieses Verfahrens gegeben, sagt Geyer. Bei Durchsuchungen hatte die Polizei zuvor mehr als 100 000 Datenträger sichergestellt. Die Kopien seien so gut gemacht, dass den Käufern in der Regel nicht aufgefallen sei, dass es sich um Fälschungen gehandelt hat, sagt die Oberstaatsanwältin.

Nach Recherchen der Bild-Zeitung sollen die Fahnder nun über das Facebook-Profil des Firmengründers M. auf dessen Spur gekommen sein. Diese führte offenbar nach Kassel.

Angeblich an Krebs erkrankt 

M. fiel vor allem durch seine mediale Vermarktung immer wieder auf. Er organisierte PC-Fritz-Werbe-Partys in Großstädten, zu denen er B-Promis (Dschungelkönig Joey Heindle, Michaela Schäfer, Gina-Lisa Lohfink) einlud. Er behauptet von sich selbst, unheilbar an Krebs erkrankt zu sein. Auf vielen Fotos im Internet ist er mit einem T-Shirt zu sehen, das den Namen seiner Firma und den Schriftzug „Ich werde sterben! Na und?“ trägt. Es gibt allerdings Zweifel an dieser Geschichte.

Von Bastian Ludwig

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