Nach schwerem Unfall auf A7

Polizeikontrolle auf der A44: Viele Trucker sind zu lange am Steuer

Ab zum Wiegen: Autobahnpolizist Martin Wartlik lotst einen Lieferwagen zur Autowaage. Der 3,5-Tonner ist knapp 800 Kilo zu schwer. Foto: Dessauer

Lkw sind häufig überladen, viele Fahrer halten Lenk- und Ruhezeiten nicht ein, die Fracht ist oft ungesichert. Deshalb kommt es auch auf den Autobahnen in der Region immer wieder zu schweren Unfällen.

32 Verstöße bei 58 überprüften Fahrzeugen - so lautet das Ergebnis einer Großkontrolle der Autobahnpolizei Baunatal. Am Donnerstag durchleuchteten die Beamten der mobilen Einsatzstelle an der Raststätte Bühleck auf der A44 zwischen Breuna und Zierenberg 47 Lkw und elf Kleintransporter.

Besonders auffällig waren dabei die zahlreichen Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten sowie die oft fahrlässige Ladungssicherung. Bei einem Sprinter wurden zudem komplett defekte Bremsen festgestellt. Er wurde aus dem Verkehr gezogen.

Bei einem Lieferwagen aus den Niederlanden stellten die Beamten gleich mehrere Lebensmittelverstöße fest. Der Fahrer wollte unzureichend gekühlte Ware, unter anderem Fisch, Bananen und Erdnussbutter, an Feinkostläden in Berlin, Halle und Dessau ausliefern. Auch er durfte nicht weiterfahren. Oliver Fabian, seit zehn Jahren bei der Autobahnpolizei, hat Erfahrung mit verdorbener Fracht: „Ich habe schon Kollegen kotzen sehen.“

Bei der Kontrolle, so Kontrollstellenleiter Marko Gröbke, würden Fahrer, Fahrzeug und Ladung überprüft. Neben der Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten wird besonders auf technische Mängel am Fahrzeug geachtet. Die Fracht durchleuchten Mitarbeiter des Zolls.

Mit einem speziellen Lesegerät können außerdem Führerschein und Ausweis der Fahrer auf ihre Echtheit überprüft werden. Ein Lebensmittelkontrolleur unterstützt den Zoll bei der Überprüfung der Fracht. Auch ein Drogenspürhund kommt zum Einsatz.

Trauriger Anlass

Die Kontrollen geschehen nicht ohne Grund: Am 12. Juli starben bei einem tragischen Unfall auf der A7 bei Guxhagen Vater, Mutter und Tochter einer Familie aus Niedersachsen in ihrem Wohnmobil. Ein Lkw war in das Stauende gerast. Die Fahrbahn glich einem Trümmerfeld und war stundenlang gesperrt.

Damit solche Tragödien zukünftig verhindert werden können, kontrolliert die Autobahnpolizei regelmäßig den Personen- und Güterverkehr. Etwa fünf mal im Jahr, so Gröbke, gebe es zusätzlich noch eine Großkontrolle.

Obwohl der Schwerlastverkehr zugenommen habe, sei die Zahl der Unfälle mit Lkw-Beteiligung auf den nordhessischen Autobahnen inzwischen gesunken, sagt Fabian.

Tom_clancy
(0)(0)

Da helfen nur hohe Strafen für den Fahrer aber auch für die Speditionen....bis hin zur Zwangsabmeldung des LKW.
Und die Sprinterklasse sollte auf 80 Km/h eingebremst werden.

LasseSvensen
(0)(0)

Die vielen 120 helfen offenbar nicht…

Und ish wiederhole effektiv nur: Jedenfalls rollen genug «Bomben» in Stauenden sodass wirklich täglich kontrolliert werden müsste, und das mit moderner Überwachung (ich pfeife auf den vorgeschobenen Datenschutz!) um belege zu haben.
Fahrprofis die sich solche Klopse leisten müssen erst mal mattgesetzt werden - und alle Chefs die sie während der Fahrt anrufen das Doppelte des Werts der Verträge die gerade abgeleistet werden als Strafe bekommen - auch wenn der Lenker ›selbstständig‹ ist.

Die genug Toten sind solche Maßnahmen wert - außer die Wirtschaft meint, dass die Gewinne den Wert von Menschenleben übersteigen und solche Kollateralschäden ebene mit drin sind. Und dann ist die Politik Mittäter!

Ralf Müller
(2)(0)

"Damit solche Tragödien zukünftig verhindert werden können, kontrolliert
die Autobahnpolizei regelmäßig den Personen- und Güterverkehr. Etwa fünf
mal im Jahr, so Gröbke, gebe es eine Großkontrolle."

Fünf mal im Jahr? Da lachen ja die LKW Fahrer nur und ich muss heulen. Bei der Anzahl von Verstößen, die bei einer solchen Kontrolle festgestellt werden, wäre es notwendig täglich solche Kontrollen durchzuführen und natürlich müssen die Strafen höher werden, damit sich sowas nicht lohnt. Aber natürlich nicht nur für den Fahrer, sondern auch für den Arbeitgeber.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.