Tierschützer warben auf Demonstrationszug für den Verzicht auf Fleisch

Protest gegen Schlachthöfe

Protest gegen Schlachthäuser: Tierschützer zogen am Samstag vom Königsplatz aus durch die Stadt, um auf das Leid von Nutztieren aufmerksam zu machen und für eine pflanzliche Ernährung zu werben. Foto: Dilling

Kassel. Phillip Heise und Robin Ottens sahen aus, wie Metzger bei der Arbeit. Die beiden jungen Männer schlossen sich mit Kunstblut bespritzten weißen Plastikschürzen und Spielzeugmessern in der Hand am Samstag dem Demonstrationszug von Tierschützern durch die Kasseler Innenstadt an. Der vom Verein „Animal rights watch“ (Ariwa) organisierte, von Todessschreien eines Schweins aus dem Lautsprecher begleitete Protest richtete sich gegen den hohen Fleischkonsum und die Zustände beim industriemäßigen Töten von Schweinen oder Hühnern in Schlachthäusern.

Für vegetarische Ernährung

Vor dem McDonalds-Restaurant an der Neuen Fahrt demonstrierten die geschätzten 300 Demonstranten mit besonders viel Kunstblut, um den Fleischklops-Brater zur Änderung seiner Geschäftspolitik zu bewegen. Auf dem Königsplatz konnten sich Passanten an den Aktionsständen von Ariwa über die Vorzüge vegetarischer Lebensweise informieren und ohne tierische Zutaten hergestellte Gerichten probieren. Ariwa setzt sich für die Förderung des Pflanzenbaus und des bio-veganen Landbaus ein. „Die Menschen müssen begreifen, dass Tiere leidensfähige Lebewesen sind“, sagte Johanna Leng von der Ariwa-Ortsgruppe Kassel. Sie kritisiert unter anderem, dass die Firma Plukon bei Gudensberg trotz der Proteste von Bürgern ihren Hähnchenschlachtbetrieb erweitere. Es sei gut, dass die Fleischproduktion in Deutschland vergangenes Jahr erstmals zurückgegangen sei.

Die Ortsgruppe verfüge über 20 Aktivisten und arbeite eng mit dem Umweltschutzverein „Sea Sheperd“ und der Albert-Schweitzer-Stiftung zusammen, sagte Leng. Ariwa veranstaltet in Kassel einen monatlichen veganen Stammtisch, an dem jeder teilnehmen kann. (pdi)

Info und Kontakt: www.ariwa.org

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