Kehlkopfprobleme und Erkältungssymptome

Weiter Rätselraten um Luftprobleme in Heinrich-Schütz-Schule

Blick in einen Unterrichtsraum: Neben den geschlosseen raumhohen Fenstern ist rechts eine zu öffnende Fensterklappe zu sehen. In einem der Fachräume des Neubaus soll zusätzlich auf der linken Seite eine weitere Fensterklappe eingebaut werden, um zu sehen, ob sich so eine Besserung der Situation erreichen lässt. Archivfoto:  Herzog

Kassel. Seit vier Jahren sind die Probleme mit der Raumluft im neuen Anbau der Heinrich-Schütz-Schule bekannt.

Seither wird nach Ursachen gesucht, dass Lehrer unter Kopfschmerzen, Stimmband- und Kehlkopfproblemen sowie Erkältungssymptomen leiden. Der Fall gebe zunehmend Rätsel auf, sagte Hochbauamtsleiter Axel Jäger in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Jugend und Bildung.

So habe jetzt auch eine aufwendige Massenspektrometermessung, bei der auf 58.000 Stoffe untersucht wurde, nicht den geringsten Hinweis auf Schad- oder Reizstoffe in der Raumluft der Unterrichtsräume in dem Passivbau ergeben. Jäger: „Die Luft ist extrem sauber.“ Und dies sei nur eine von mehreren Messungen.

Schicker Neubau: Der Malwida-von-Meysenbug-Flügel an der Heinrich-Schütz-Schule wurde im Sommer 2011 in Betrieb genommen und kostete rund zehn Millionen Euro. Archivfoto:  privat/nh

Diese hatte die Stadt veranlasst, nachdem vornehmlich Lehrer, die häufig in der Fachräumen für Naturwisschenaften und Musik unterrichten, über gesundheitliche Beschwerden klagten. Seit Inbetriebnahme des Neubaus sei die Rate der Krankmeldungen der betroffenen Lehrer um 100 Prozent gestiegen, erläuterte die kommissarische Schulleiterin Dr. Ines Blumenstein. Deshalb hätten auch Lehrer die Schule verlassen, sagt Elternbeiratsvorsitzende Tanja Schöttner.

Man nehme die Sorgen sehr ernst und werde weitere Untersuchungen anstellen, versicherte Jäger. Dabei sei er guter Hoffnung, dass das Problem eventuell schon behoben sei, nachdem im Sommer die Technik der Lüftungsanlage und auch die Temperaturregelung in den Räumen verbessert wurden.

Ein Spezialist habe bei einer Überprüfung im Sommer festgestellt, dass die in den Fachräumen eingebauten Präsenzmelder fehlerhaft arbeiteten. Wenn wenig Bewegung im Raum war, weil die Schüler alle auf ihren Plätzen saßen, regelten diese die Lüftung auf 30 Prozent runter. Da bei vorausgegangenen Messungen aber Bewegung in den Räumen war, sei dieser Fehler erst sehr spät aufgefallen, erläuterte Jäger.

Diese Melder seien nun ganz abgeschaltet und die Lüftung laufe bereits eine Stunde vor und eine Stunde nach dem Unterricht voll. So werde die Raumluft pro Stunde dreimal komplett ausgetauscht.

Laut Schulleiterin werde aber die sehr trockene Luft (nach Messungen der Schule oftmals unter 30 Prozent relative Luftfeuchtigkeit) in den Fachräumen als unangenehm empfunden.

Mit der Schule habe man nun vereinbart, probeweise in einem Raum eine zweite große Lüftungsklappe zu installieren, um Durchzug zu ermöglichen. Denn die Fenster sind nicht zu öffnen. Dieen Versuch werde man mit Messungen begleiten. Jäger: „Wir sind dran.“

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