Chefarzt für Wirbelsäulenorthopädie

Dr. Rafael Sambale ist der Spezialist fürs Rückgrat

Leitet die neue Abteilung an der Vitos Orthopädischen Klinik: Dr. Rafael Donatus Sambale. Foto:  Heise-Thonicke

Kassel. Die ersten Wochen waren ein Vollstart, sagt Dr. Rafael Donatus Sambale. Er leitet seit November eine neue Abteilung für Wirbelsäulenorthopädie an der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel.

Viele Patienten aus der Region kennen den bundesweit bekannten Spezialist in der Wirbelsäulenchirurgie bereits, denn der 57-Jährige war zuvor als Chefarzt in der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau tätig.

„Wirbelsäulenchirurgie ist ein Teil meines Lebens“, sagt der Chefarzt. Auf diesem Gebiet habe die Medizin vor allem in den vergangenen 15 Jahren riesige Fortschritte gemacht. So könne man dank moderner Bildgebungsverfahren viel genauer den Ursachen für Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auf den Grund gehen und zielgerichteter behandeln - sowohl konservativ als auch operativ.

Ein weiterer Meilenstein seien bewegungserhaltende Operationsverfahren. „Wenn Segmente der Lendenwirbelsäule, etwa durch eine Spinalkanal-Verengung, instabil werden und starke Schmerzen verursachen, wurde das betroffene Segment früher komplett versteift“, erläutert Sambale. Heute würden betroffene Bereiche der Wirbelsäule vorsichtig so stabilisiert, dass Bewegung weiterhin möglich ist.

Auch minimalinvasive Eingriffe beispielsweise bei Bandscheibenoperationen mithilfe kleiner Hautschnitte zählten zu den Fortschritten in jüngster Zeit. „Insgesamt ist so das Operationstrauma kleiner geworden für die Patienten“, erläutert der Facharzt. So versuche man, die Patienten in relativ kurzer Zeit wieder auf die Beine zu bekommen. Dass dies gelingt, zeigt ein eindrucksvoller Vergleich: Noch vor rund zehn Jahren blieben Patienten nach einer Operation an der Wirbelsäule 17 bis 20 Tage in der Klinik, heute - je nach Eingriff - nur noch fünf bis neun Tage.

Dazu tragen auch moderne Schmerztherapien bei, wie die direkte rückenmarksnahe Injektion eines Betäubungsmittels. Diese werde vor allem bei größeren Eingriffen an der Wirbelsäule angewendet wie beispielsweise einer Korrektur von Wirbelsäulenverkrümmungen, Unfallverletzungen oder Tumorerkrankungen. Auch das Einsetzen von Bandscheibenprothesen vornehmlich in der Halswirbelsäule (HWS) gehört zu den Spezialgebieten des Chirurgen.

Welche Behandlungsstrategie angewendet wird, sei letztlich die Entscheidung des Patienten, betont Sambale: „Die Überzeugung muss im Patienten selbst reifen.“ Deshalb sind ihm ein guter Kontakt zu seinen Patienten und eine umfassende Aufklärung sehr wichtig: „Der Patient muss Vertrauen haben.“

Ziel sei es, mit seinem Team künftig an 365 Tagen rund um die Uhr Wirbelsäulenerkrankungen zu versorgen.

Natürlich plant der vierfache Vater dennoch auch Freizeit ein. Vor allem im Wald kommt der „Naturmensch“ Sambale zur Ruhe. Und er freut sich darauf, künftig noch mehr das kulturelle Angebot Kassels genießen zu können.

Dr. Rafael Donatus Sambale (57) wurde 1958 in Ludwigshafen geboren. Er studierte in Mainz und Marburg Medizin und ist Facharzt für Orthopädie und Chirurgie. Er verfügt über die Zusatzbezeichnungen Chirotherapie, Physikalische Therapie und spezielle Schmerztherapie. Seit November 2015 ist er Chefarzt der Abteilung Wirbelsäulenorthopädie an der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel. Zuvor war er Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung Wirbelsäulenchirurgie in der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau, wo er 15 Jahre lang tätig war. Dr. Sambale wohnt in Kaufungen, ist verheiratet und hat vier Kinder.

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