Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren droht

Razzia in Kassel: Dopingmittel bei Sportlerin entdeckt

Kassel. Zollfahnder haben bei einer Sportlerin in Kassel das Dopingmittel Metandienon und weitere Medikamente sichergestellt.  Ihr droht nun eine Freiheitsstrafe.

Die Wohnung der 32-Jährigen und zwei weitere Objekte in Kassel und Umgebung wurden am vergangenen Montag durchsucht, wie der Zoll am Freitag in Frankfurt mitteilte. Um die entdeckten Präparate – insgesamt 124 Tabletten – zuordnen zu können, wurden auf freiwilliger Basis Haar- und Urinproben genommen.

Aktualisiert um 14.17 Uhr.

Die Sportlerin war nach einem Wettkampf im Februar positiv auf Metandienon getestet worden. Gegen sie wird wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das im Dezember in Kraft getretene Anti-Doping-Gesetz ermittelt. Federführend ist die Staatsanwaltschaft in München. Der Sportlerin droht den Angaben zufolge rein strafrechtlich eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Sportrechtlich könnte sie mit einer Sperre von bis zu vier Jahren belangt werden.

Um wen es sich handelt, wollte weder die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) noch das Zollfahndungsamt in Frankfurt mit Verweis auf das laufende Verfahren sagen. Auch ist nicht bekannt, welche Sportart die Beschuldigte betreibt. Hans-Jürgen Schmidt vom Zollfahndungsamt in Frankfurt erklärte lediglich, dass die Sportlerin im vergangenen Monat während eines Wettkampfes in Bayern positiv auf Metandienon getestet worden sei – einem anabolen Steroid, das zu den am häufigsten missbrauchten Anabolika zählt. Bei der Razzia nun soll in 58 der gefundenen 124 Tabletten der verbotene Wirkstoff Metandienon enthalten sein. Die Laboruntersuchungen laufen aber noch.

Interessant ist der Fall vor allem auch vor dem Hintergrund, dass seit Dezember das Anti-Doping-Gesetz in Kraft ist. Das ermöglicht den staatlichen Behörden eher, auch direkt gegen den Athleten zu ermitteln, der sich dann wiederum vor Gericht verantworten muss. Bisher richtete sich der Fokus fernab der sportrechtlichen Betrachtung fast ausschließlich auf die Hintermänner.

An sie zu kommen, ist aber auch nach wie vor das Ziel des Zollfahndungsamtes in Frankfurt, das rund die Hälfte aller Fälle, die mit Doping etwas zu tun haben, bearbeitet: 2014 gab es bundesweit knapp 2000 Verfahren. Den Fahndern ist sehr daran gelegen, Strukturen der organisierten Kriminalität aufzudecken. Das neue Gesetz erleichtert ihnen die Aufgabe. Denn: Seit Ende 2015 ist nicht nur die Einfuhr von Dopingmitteln mit verbotenen Wirkstoffen untersagt, sondern auch der Transport durch das Land. (dpa/hag/use)

Rubriklistenbild: © dpa

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